Hannover Durchbruch im Streit um Continental-Werk
Hannover - Beinahe fünf Stunden hatten die Verhandlungen gedauert, danach waren beide Seiten zufrieden: Die Gewerkschaft feierte vor allem als Erfolg, dass die Reifen-Produktion im Conti-Stammsitz Hannover Stöcken bis Ende 2007 fortgesetzt werden soll. "Uns ist es gelungen, dass bis zum 31. Dezember 2007 Pkw-Reifen hergestellt und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden können", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Werner Bischoff. "Damit sind alle Überlegungen einer vorzeitigen Verlagerung vom Tisch." Ursprünglich wollte der Continental-Vorstand die Reifen-Produktion die Produktion schon Mitte 2007 einstellen.
Es seien "die Grundlagen für einen Kompromiss geschaffen", erklärte auch der Automobilzulieferer heute abend nach den Gesprächen. Bis Mitte Februar solle "eine endgültige einvernehmliche Einigung erzielt" werden. Im Zeitraum vom 01. Januar 2007 bis Ende 2007 solle eine stufenweise Anpassung von Kapazität und Personal erfolgen.
Um den Anpassungsprozess "möglichst sozialverträglich" zu gestalten, sollen unter anderem Instrumente wie Altersteilzeit, Auslauf von befristeten Verträgen und innerbetriebliche Versetzungen genutzt werden. Zur Qualifizierung und Weitervermittlung von Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt soll vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern der Wechsel in eine Qualifizierungsgesellschaft angeboten werden, teilte Continental weiter mit.
Gestern hatten Tausende von Beschäftigten des Autozulieferers gegen Stellenabbau sowie Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer protestiert. Besonders richteten sich die Aktionen, an denen nach Gewerkschaftsangaben insgesamt 30.000 Mitarbeiter teilnahmen, gegen die Schließung der Reifenfertigung in Hannover. Gewerkschaft und Betriebsrat hatten neben dem zeitlichen Aufschub der Schließung bis Ende 2007 auch eine konkrete Perspektive für die 320 Beschäftigten sowie ein Standortkonzept für Stöcken gefordert.