Harte Sanierungsmaßnahmen Lego verspielt Weihnachtsgeschäft
Kopenhagen - Da wurde wohl ein bisschen zuviel gespart: Mit einem harschen Sanierungsprogramm rettete sich der dänische Spielehersteller Lego vor der Pleite. Jetzt steht das Weihnachtsgeschäft vor der Tür - und Lego kommt mit dem Produzieren nicht mehr nach, berichtet die "Financial Times Deutschland". Lego-Vorstand Mads Nipper erwartet deshalb im dritten Quartal lediglich einen Umsatzwachstum von rund fünf Prozent. Dabei würde die Nachfrage für einen doppelt so hohen Zuwachs reichen.
Beliebt seien vor allem die Klassiker. "Es mag passieren, dass die Verkäufer in manchen Läden sagen müssen: Tut uns leid, aber die Kartons mit der Lego-Polizei sind leider alle ausverkauft", gesteht Nipper ein. Auch die Produkte der Star-Wars-Serie könnten bald zur Neige gehen.
"Als Verkaufsverantwortlicher würde ich gerne mehr absetzen, aber wir haben nicht mit einer so starken Nachfrage gerechnet und sind völlig ausgelastet", erklärt Nipper. "Das ist aber auch eine gute Nachricht, denn die hohe Nachfrage bedeutet, dass unsere Strategie, mir der wir Lego retten wollen, schneller als gedacht aufgegangen ist", versucht sich der Lego-Vorstand zu trösten.
In den neunziger Jahren hatte Lego versucht, mit Lego-Videospielen, -Filmen und -Fahrrädern neue Märkte zu erobern - und war mit dieser Strategie grandios gescheitert. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens gab es 1998 ein negatives Geschäftsergebnis. Auch nach der Jahrtausendwende ging die Krise weiter: 2003 machte das Unternehmen 190 Millionen Euro Verlust. Damals entschied sich der Spielzeughersteller, zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Die Produktion wurde zudem verschlankt, die Mehrheit an den Lego-Land-Parks verkauft und Teile der Produktion nach Osteuropa ausgelagert.
ase/AFP