Harter Sanierungskurs Gateway streicht 5000 Stellen
San Diego - Nach Angaben der amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg sollen weltweit 5000 Stellen wegfallen, davon 2625 in den USA. Ein Sprecher von Gateway bestätigte dies am Dienstag nach Börsenschluss. Auch ein vollständiger Rückzug aus Europa sei möglich. Insgesamt beschäftigt der Computerhersteller rund 20.000 Mitarbeiter.
Gateway schließt mit sofortiger Wirkung die unternehmenseigenen Operationen in Malaysia, Singapur, Japan, Australien und Neuseeland. Auch eine Fabrik in Salt Lake City sowie Anrufzentren in mehreren amerikanischen Städten stehen auf der Streichliste. Die Gesellschaft befindet sich momentan im Hinblick auf einen Vorschlag zum Ausstieg aus europäischen Schlüsselmärkten in Mitarbeiterkonsultationen. Gateway will innerhalb von 30 Tagen eine endgültige Entscheidung über seine europäischen Operationen bekannt geben.
Die Umstrukturierung dürfte im dritten Quartal 475 Millionen Dollar vor Steuern kosten. In dieser Schätzung sind 200 Millionen Dollar für den möglichen Ausstieg aus den europäischen Märkten enthalten, erklärte der Gateway-Sprecher. Das Unternehmen erhofft sich jährliche Kostenersparnisse in Höhe von 300 Millionen Dollar. Gateway will am Jahresende eine Milliarde Dollar an liquiden Mitteln in der Kasse haben.
Der Computerhersteller erwartet für das dritte Quartal einen leichten Verlust vor Steuern, wenn man die Sonderbelastungen ausklammert. Das Unternehmen rechnet damit, dass es im vierten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird. Gateway prognostizierte für das gesamte zweite Halbjahr einen leichten Gewinn vor Steuern, wenn man Sonderbelastungen unberücksichtigt lässt. Der inländische Absatz dürfte im dritten und vierten Quartal gegenüber den vorangegangenen Quartalsabschnitten zulegen.
Die Aktien des Unternehmens sind am Dienstag nachbörslich von 8,60 Dollar auf neun Dollar gestiegen.