Hartz-Rücktritt Autoexperte sieht Piëch beschädigt
Frankfurt am Main- "Für VW ist der Rücktritt von Hartz, den der Aufsichtsrat sicher annehmen wird, ein großer Befreiungsschlag", sagte Dudenhöffer. "Die Frage ist, ob es dabei bleibt. Es kann auch im Aufsichtsrat zu einer Neuausrichtung kommen", fügte er hinzu. Aufsichtsratschef Piëch habe noch vor wenigen Tagen Hartz öffentlich den Rücken gestärkt. "Von Piëch hätte man eigentlich in diesem Zusammenhang eine neutrale Position erwarten dürfen und keine Festlegung", sagte Dudenhöffer.
"Hartz war nicht mehr zu halten. Angesichts der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Ex-Manager aus dem Personalwesen stellt sich die Frage nach der Sorgfaltspflicht von Hartz für seinen Geschäftsbereich", sagte der Leiter des Gelsenkirchener Instituts B&D Research. Hartz hatte am Freitag seinen Rücktritt als Arbeitsdirektor bei Europas größtem Autokonzern angeboten.
Der Rückzug des Personalvorstandes erleichtert aus Sicht Dudenhöffers bei Volkswagen auch den erforderlichen Sanierungskurs. "VW steht im harten Wettbewerb und braucht eine konsequente Sanierung. Da muss die beste Lösung nicht immer auch die beste Lösung für den besten Freund sein", sagte Dudenhöffer. Unter Hartz' Verantwortung sei es bei VW immer Konsenslösungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft gegangen. "Das ist heute nicht immer angebracht", sagte der Autoexperte.