Haushalt in Gefahr Steuereinnahmen brechen drastisch ein
Berlin - Das Bundesfinanzministerium bestätigte eine Vorabmeldung der "Süddeutschen Zeitung", laut der die Gesamtsteuereinnahmen im vergangenen Monat um 9,3 Prozent und die Steuereinnahmen des Bundes sogar um 15,6 Prozent eingebrochen sind. Ein Sprecher des Ministeriums ergänzte aber: "Die Steuereinnahmen spiegeln als nachlaufender Indikator noch nicht den wahren aktuellen Konjunkturverlauf wider. Die Steuereinnahmen fahren Achterbahn", sagte er.
Die Einnahmen aus der Lohnsteuer und der Mehrwertsteuer seien im Juli zurückgegangen, während sich die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer "stabil aufwärts" entwickelt hätten, so der Sprecher. Für den Einbruch bei der Lohnsteuer sei neben technischen Gründen vermutlich der Wegfall des Urlaubsgeldes in vielen Unternehmen mit verantwortlich.
Für den Bund hatte Hans Eichel (SPD) im April noch ein Plus von 15,5 Prozent verbucht, im Mai dann ein Minus von 5,3 Prozent und im Juni zuletzt ein Plus von 2,4 Prozent. Auf das gesamte Jahr gerechnet liegen die Steuereinnahmen den Angaben zufolge nun leicht unter der Schätzung aus dem Mai. Die nächste Steuerschätzung ist vom 3. bis 5. November. Experten hatten zuletzt erstmals seit Jahren wieder eine Korrektur nach oben erwartet.