HDW-Krise: Lederer gibt auf - DER SPIEGEL
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HDW-Krise Lederer gibt auf

Seit der Insolvenz des Traditionskonzerns Babcock Borsig wurde dessen einstiger Chef Klaus Lederer unter Dauerfeuer genommen. Jetzt ist er auch von seinem Chefposten bei der Kieler Werft HDW zurückgetreten.
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Kiel/Oberhausen – Der 54-jährige Lederer habe alle Ämter bei der größten deutschen Werft niedergelegt, hieß es in einer Mitteilung des HDW-Aufsichtsrates. Diese Diskussionen belasteten das Umfeld und erschwerten wichtige Zukunftsentscheidungen für HDW. Als Nachfolger solle der Chef der VAW Aluminium AG, Helmut Burmester, berufen werden.

Nach Ansicht seiner Kritiker hatte Lederer im Frühjahr als Vorstandschef von Babcock Borsig   den Oberhausener Maschinenbaukonzern durch den Verkauf der Kieler Werft HDW an One Equity Partners in die Insolvenz getrieben.

Dieser Meinung ist beispielsweise der US-Großaktionär Guy Wyser-Pratte, der Lederer mit Prozessen überzieht. Der amerikanische Investor fühlt sich von dem ehemaligen Babcock-Chef um mindestens 20 Millionen Euro geprellt. Schließlich hatte Lederer den US-Investor erst zu Jahresbeginn mit der Aussicht auf das lukrative Kieler U-Boot-Geschäft und die Korvetten mit Tarnkappentechnik zu Babcock als Aktionär ins Boot geholt.

Nach einer Anzeige der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen Lederer wegen Untreue und Insolvenzverschleppung. Ein Verdacht, den die Düsseldorfer Ermittler durch Gutachten des Insolvenzverwalters Helmut Schmitz bestätigt sehen. Danach wurde die Zahlungsunfähigkeit von Babcock monatelang verschleiert.

Im Ruhrgebiet wurde Lederer auch von wahlkämpfenden Politikern immer wieder als abschreckendes Beispiel für Manager zitiert, die für ihren eigenen Vorteil tausende Arbeitsplätze riskieren.

Lederer trat in einer am Montag verbreiteten Erklärung erneut den Vorwürfen entgegen. Seiner Auffassung nach haben die Banken durch Verweigerung von Krediten die zunächst geplante vollständige Übernahme von HDW durch Babcock verhindert. Anschließend habe die weitere Weigerung der Banken, Babcock bei einem saisonal bedingten Engpass im Frühjahr zu helfen, zur Insolvenz des Konzerns geführt. Der HDW-Verkauf habe Babcock nicht geschadet, sondern erheblich zur Entschuldung beigetragen, so Lederer.

Unterdessen geht bei Babcock die Zitterpartie für die verbliebenen rund 3000 Mitarbeiter weiter. Die Entscheidung über die geplante Auffanggesellschaft für das Kerngeschäft werde in dieser Woche bei den Vorstandssitzungen der Banken fallen, hieß es am Montag aus Unternehmenskreisen. Nach einem Zeitungsbericht hatte die Westdeutsche Landesbank das Sanierungskonzept in der vergangenen Woche zunächst abgelehnt. Die Gründung der Auffanggesellschaft "Babcock Borsig Power Systems“ ist für den 1. Oktober geplant.