FUSIONEN Heimliche Profiteure
Wer Aktien von übernommenen Unternehmen kauft, kann möglicherweise ein Schnäppchen machen. So ist die Hoechst AG nach der Fusion mit der französischen Rhône-Poulenc zu Aventis zwar dramatisch eingebrochen, doch jetzt steigt der Kurs an. Denn dem Mehrheitsaktionär sind die nicht getauschten Aktien lästig, schließlich muss er für die längst integrierte Gesellschaft eigene Bilanzen und Geschäftsberichte erstellen sowie Hauptversammlungen abhalten - was die Mutterfirma Millionen kostet. Aktionäre spekulieren nun auf ein zweites, höheres Angebot. Oder auf ein Bewertungsgutachten von Wirtschaftsprüfern - das in aller Regel auch über dem derzeitigen Börsenkurs liegt. Ohne eine derartige Expertise kann Aventis die Aktionäre nicht zwangsabfinden. Die Kurse anderer übernommener Firmen zeigen ähnliche Muster. So legte der Kurs der BHF-Bank, die nun der niederländischen ING gehört, in den vergangenen Monaten deutlich zu. Auch die Papiere der alten, von Vodafone gekauften Mannesmann AG und des Porzellanherstellers Rosenthal, der nun zu 85 Prozent der irischen Waterford-Wedgwood gehört, steigen langsam an.