Herbstgutachten Wachstum schwächt sich ab
Berlin/Chemnitz Im Einzelnen erwarten die Forscher dieses Jahr zwar noch ein Wachstum von 2,6 Prozent, kommendes Jahr soll es aber auf 2,2 Prozent sinken. Im Frühjahr wurde noch für beide Jahre ein Wert von 2,4 Prozent vorhergesagt.
Dämpfend auf die Konjunktur wirken sich demnach die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn von 2007, der Ölpreisanstieg, der starke Euro und die jüngsten Finanzmarktturbulenzen aus. Im kommenden Jahr werde sich zudem die Weltkonjunktur abkühlen, hieß es.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Aufschwung in Deutschland durch diese Faktoren abgebrochen werde, sei jedoch gering, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus dem Herbstgutachten. Selbst in einem Szenario, in dem gleichzeitig mehrere Risikofaktoren wirksam würden weiterhin bröckelnde Immobilienpreise in den USA, sinkende Aktienkurse in den Industrieländern oder erneute Aufwertungen des Euro etwa - wären die Effekte wohl nicht so groß, dass mit einer Rezession in Deutschland zu rechnen sei.
Die neuen Länder werden trotz des sich abschwächenden Wirtschaftsaufschwungs erneut stärker wachsen als der Westen. Nach Informationen der Chemnitzer "Freien Presse" gehen die Wirtschaftsexperten von einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts in Ostdeutschland um 3,0 Prozent aus, während für die alten Länder 2,6 Prozent vorausgesagt werden. Damit wächst die ostdeutsche Wirtschaft das dritte Jahr in Folge stärker als in den alten Ländern.
Die Zahl der Arbeitslosen wird laut Prognose 2008 mit durchschnittlich 1,223 Millionen um rund 70.000 geringer ausfallen als noch in diesem Jahr.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte in seiner am Dienstag veröffentlichten Konjunkturprognose mitgeteilt, dass in diesem Jahr zwar noch ein Plus von 2,4 Prozent zu erwarten sei, 2008 aber nur noch von 2,1 Prozent und 2009 von 1,7 Prozent.
Das Bundeswirtschaftsministerium hatte für die Periode Herbst 2007 bis Frühjahr 2010 die Gemeinschaftsprognose neu ausgeschrieben. Zum Zuge kamen das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München, sowie das Dreier-Konsortium bestehend aus dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), dem gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und dem österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo.
mik/AP/ddp