Hewlett Packard: Fiorina auf Erfolgskurs - DER SPIEGEL
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Hewlett Packard Fiorina auf Erfolgskurs

HP-Chefin Carly Fiorina kommt offenbar mit der Sanierung ihres Unternehmens voran. Nach einem brutalen Stellenabbau liegt das fusionierte Unternehmen im dritten Quartal bei Gewinn und Umsatz über den Erwartungen der Wall-Street-Analysten.
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San Francisco - Der Stellenabbau im Zuge des Zusammenschlusses gehe schneller voran als geplant, teilte Hewlett Packard (HP)   nach Börsenschluss mit. Analysten begrüßten vor allem, dass HP trotz des weiter schwierigen Marktumfelds die Verluste in der PC-Sparte verringern konnte. HP ist nach Dell weltweit zweitgrößter Computerhersteller, nachdem das Unternehmen im Mai die milliardenschwere Fusion mit Compaq abgeschlossen hatte.

Im Quartal bis Ende Oktober erzielte der Konzern vor Sonderposten einen Gewinn von 721 Millionen Dollar oder 0,24 Dollar je Aktie. Der Umsatz betrug 18,05 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich einen Gewinn je Aktie von 0,22 Dollar bei einem Erlös von 17,3 Milliarden Dollar erwartet. Der Umsatz stieg zum Vorquartal in allen Geschäftsbereichen.

Netto kam HP auf einen Quartalsgewinn von 390 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hätten HP und Compaq dagegen zusammen einen Verlust von 505 Millionen Dollar und einen Umsatz von 18,17 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Rund 18.000 Stellen fallen bis Ende 2003 weg

Im Zuge der Fusion, die HP-Chefin Carly Fiorina gegen den heftigen Widerstand einiger Investoren vorangetrieben hatte, strich HP den Angaben zufolge bis Ende Oktober 12.500 Stellen. Geplant gewesen sei bis zu diesem Zeitpunkt lediglich der Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen. Bis Ende 2003 will der Konzern insgesamt 17.900 Stellen wegfallen lassen. Bislang seien 651 Millionen Dollar eingespart worden.

Sunil Reddy, Portfoliomanager beim Fifth Third Technology Fund, hob vor allem die positive Geschäftsentwicklung bei Personal Computern und hochwertigen Geräten für Firmenkunden hervor. "Dies sind zwei zentrale Bereiche für HP", sagte er. In der Sparte "Personal Systems", die die Bereiche PC und Notebook umfasst, verringerte der Konzern den operativen Verlust zum Vorquartal auf 87 Millionen Dollar und damit stärker als von vielen Analysten erwartet.

Entwicklung des Weihnachtsgeschäfts noch nicht abzusehen

Für das laufende erste Geschäftsquartal erwartet HP einen Pro-forma-Gewinn je Aktie von 0,27 Dollar bei einem Umsatz von 18,4 Milliarden Dollar und trifft damit die Markterwartungen. "Wir sind stolz auf unseren Fortschritt", sagte HP-Chefin Carly Fiorina. "Wir haben in einem harten Marktumfeld solide Ergebnisse geliefert." Das Unternehmen sei dabei, die mit der Fusion verbundenen Hoffnungen zu erfüllen.

Finanzchef Bob Wayman räumte aber ein, es sei noch unklar, wie sich das für HP wichtige Weihnachtsgeschäft entwickeln werde. Bei der Nachfrage der Unternehmen nach höherwertigen Geräten gebe es dagegen erste Erholungszeichen. "Es sieht so aus, als ob es hier eine Stabilisierung gibt, aber es ist zu früh, um von echtem Wachstum zu sprechen", sagte Wayman. HP und andere Technologiekonzerne leiden seit mehr als einem Jahr vor allem unter der Investitionszurückhaltung der Unternehmen.

Die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und der Ausblick auf das laufende Vierteljahr verhalfen dem HP-Aktienkurs nachbörslich zu kräftigen Kursgewinnen. Er kletterte auf 18,34 Dollar von 16,85 Dollar bei Handelsschluss an der Wall Street in New York.