Hewlett-Packard: Interimschef bekam 58.000 Dollar pro Tag - DER SPIEGEL
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Hewlett-Packard Interimschef bekam 58.000 Dollar pro Tag

Als Hewlett Packard im Februar seine Chefin Carleton Fiorina vor die Tür setzte, übernahm Finanzvorstand Robert Wayman für 52 Tage die Rolle des Übergangs-CEO. Es dürfte der lukrativste Job seiner Karriere gewesen sein - dem Technologiekonzern war Waymans Mini-Ägide drei Millionen Dollar wert.
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Hamburg/San Francisco - Als die Direktoren des HP-Boards Anfang Februar beschlossen, die glücklose Carly Fiorina zu feuern, hatten sie noch keinen adäquaten Nachfolger parat. Klar war ihnen nur, dass sie für die Sanierung der angeschlagenen Valley-Legende einen echten Profi benötigen würden. Für die Übergangszeit baten die Aufseher Finanzvorstand Wayman, im verwaisten Chefsessel Platz zu nehmen.

Wesentliche Entscheidungen traf der Manager, der seit 36 Jahre bei HP arbeitet, in dieser Zeit kaum. Musste er auch nicht: Wayman sollte lediglich das Schiff auf Kurs halten. Als 52 Tage später, am 1. April, ein Nachfolger für Fiorina gefunden worden war, trat der Finanzprofi von seinem Amt als Vorstandschef in acto zurück. Seitdem wird HP von Mark Hurd geleitet, zuvor CEO des Geldautomatenherstellers NCR.

Das Board war von Waymans Arbeit offenbar sehr angetan. Wie die "Business Week" herausgefunden hat, entschieden die Aufseher, dem Teilzeit-CEO für seine Dienste einen Cashbonus in Höhe von drei Millionen Dollar zu zahlen. "Bob hat einen tollen Job gemacht und dafür gesorgt, dass die Kunden weiterhin mit HP zufrieden waren und die Mitarbeiter ... durch die Suche nach einem neuen Vorstandschef nicht abgelenkt wurden", zitiert das Blatt einen HP-Sprecher.

Die Zahlung ist auch in Unterlagen dokumentiert , die Hewlett-Packard   kürzlich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Ausgezahlt wird das Geld voraussichtlich noch im laufenden Quartal. Drei Millionen Dollar, das entspricht 57.692,30 Dollar pro Tag. Lediglich eine angemessene Kompensation für einen langjährigen Mitarbeiter? Normalerweise muss Wayman für sein Geld länger arbeiten. Im Jahr 2004 betrug seine Kompensation ohne Aktienoptionen 1,5 Millionen Dollar.