Hewlett Packard: Rücktritt nach Spionageskandal - DER SPIEGEL
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Hewlett Packard Rücktritt nach Spionageskandal

In der Spitzelaffäre bei Hewlett-Packard hat das zweitgrößte Computerunternehmen der Welt nun personelle Konsequenzen gezogen. Verwaltungsratschefin Dunn - mitverantwortlich für fragwürdige Aktionen zum Aufspüren undichter Stellen - musste ihren Hut nehmen.
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Paolo Alto - Der Rauswurf kam nicht überraschend aber doch früher als geplant: "Wir glauben, dass es angesichts der Ablenkung, die Patricia Dunn in unserem Gremium weiterhin schafft, im besten Interesse des Konzerns ist, wenn sie jetzt zurücktritt", hieß es in einer Erklärung von Hewlett Packard kurz nach Börsenschluss. Die Top-Managerin musste damit mit sofortiger Wirkung ihren Sessel als Verwaltungsratschefin räumen - Monate früher als geplant.

Hintergrund für den beschleunigten Rauswurf ist der wachsende Druck auf das Management bei Hewlett Packard angesichts der Affäre um Datenspionage und die unerlaubte Weitergabe von Firmeninterna. Dunn hatte im Fokus des Skandals gestanden. Vor wenigen Tagen hieß es noch, die Managerin werde erst im Januar als Vorsitzende des Gremiums zurücktreten. Nun ging es doch schneller. Ihren Posten soll der ebenfalls in die Kritik geratene Firmen-Chef Mark Hurd übernehmen, der sein tiefes Bedauern über die Spitzelaffäre zum Ausdruck brachte und sich entschuldigte: "Ich möchte mich bei allen Journalisten ausdrücklich entschuldigen, die ausspioniert wurden und auch bei allen anderen, die betroffen waren", sagte Hurd und fügte hinzu: "Es sei klar, dass "unangemessene Schritte" bei der Durchführung dieser Arbeit vorgenommen worden seien.

Diese "nicht akzeptablen Maßnahmen seien isolierte Zwischenfälle gewesen", sagte Hurd. Sie reflektierten nicht das Benehmen und die Werte von Hewlett Packard, seiner Mitarbeiter und des Verwaltungsrates. Sie dürften sich nicht mehr ereignen. Die heutigen Aktionen sollten sicherstellen, dass sie nie mehr vorkämen.

Detektive arbeiteten mit unsauberen Methoden

Dunn hatte Anfang 2005 Detektive damit beauftragt, ein "Leck" im Führungsgremium zu finden. Das Unternehmen hatte festgestellt, dass Insider-Informationen von Beratungen des Direktoriums auf dubiose Weise nach außen sickerten. Um die undichte Stelle zu finden, gingen die Detektive allerdings nicht ganz sauber vor. Um an Telefondaten von Mitarbeitern und Journalisten zu kommen, spiegelten die Privatermittler etwa eine falsche Identität vor. Als Informant der Medien wurde Direktor George Keyworth enttarnt. Er ist mittlerweile zurückgetreten.

Konzern-Chef Hurd und weitere Mitarbeiter sollen nun vor dem Unterausschuss für Energie- und Handelsfragen des Repräsentantenhauses aussagen. Neben der Justiz ermittelt auch die US-Börsenaufsicht Hewlett Packard hat Bart M. Schwartz, einen früheren US-Ankläger und Rechtsanwalt, beauftragt, eine unabhängige Überprüfung der Untersuchungsmethoden und geschäftlichen Verhaltungsregeln der Gesellschaft durchzuführen. Er solle außerdem Empfehlungen für die Einführung verbeserter Praktiken machen. Schwartz wird direkt an Hurd und den HP-Finanzchef Bob Wayman Bericht erstatten.

fok/AP/Reuters/dpa

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