Hexensabbat: US-Börse zieht Dax mit nach unten - DER SPIEGEL
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Hexensabbat US-Börse zieht Dax mit nach unten

Der Freitag war für Anleger kein guter Tag: In den USA ist der Dow Jones am Nachmittag unter 12.000 Punkte gerutscht, auch der Dax trudelte ins Minus. Schuld war ein Verfallstermin für Aktienoptionen - aber auch Gerüchte um die US-Bank Merrill Lynch.
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New York/Frankfurt am Main - Der hohe Ölpreis drückt die Aktienkurse weltweit nach unten: Zum Börsenauftakt an der Wall Street ist der Dow-Jones-Index   unter 12.000 Punkte gerutscht. Noch stärker waren die Kursverluste an der Börse in Frankfurt. Hier sorgte der sogenannte Hexensabbat, der gleichzeitige Verfallstermin von gleich drei Optionsgruppen, für zusätzliche Unruhe.

An der Wall Street nährten Gerüchte über eine bevorstehende Gewinnwarnung der weltgrößten Investmentbank Merrill Lynch   die nervöse Stimmung. Die Spekulationen um Merrill hätten den gesamten Finanzsektor in die Tiefe gezogen, sagten Händler. "Wir hatten gehofft, dass das erste Quartal bei den schlechten Nachrichten aus dem Finanzsektor die Talsohle bilden würde", sagte Jim Awad von W.P. Stewart & Co. Das habe sich leider nicht bestätigt.

Außerdem tat der Ölpreis wieder einen kräftigen Sprung: Am Freitag legte er um mehr als drei Dollar auf zweitweise 135,39 Dollar zu. Der Dow-Jones-Index sackte daraufhin um 1,1 Prozent auf rund 11.930 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq   verlor 1,1 Prozent auf rund 2430 Zähler. In Tokio schloss der Nikkei-Index 1,3 Prozent schwächer bei rund 13.940 Zählern. Er fiel damit erstmals seit einer Woche wieder unter die 14.000-Punkte-Grenze. In Frankfurt am Main verlor der Deutsche Aktienindex Dax   zeitweise über 2,5 Prozent.

Für Börsianer kam das nicht ganz unterwartet. Denn der 20. Juni ist einer von vier Tagen im Jahr, an dem die Verfallstermine von Aktienoptionen, Indexoptionen und Indexfutures zusammenfallen. Die Börsianer nennen dies einen dreifachen Hexensabbat.

Das Zusammentreffen der Verfallstermine führt zu hohen Umsätzen und teilweise großen Kursschwankungen. Der Grund: Manche Besitzer und Emittenten von Terminkontrakten versuchen, kurz vor dem Verfall der Optionen durch taktische Wertpapierkäufe und -verkäufe das Kursniveau so zu beeinflussen, dass sie mit ihren Kontrakten einen Gewinn erzielen.

wal/AP/Reuters