Hightech-Zug: Transrapid-Verwirrung in Shanghai - DER SPIEGEL
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Hightech-Zug Transrapid-Verwirrung in Shanghai

Der Transrapid soll ab 2009 zwischen Shanghai und Hangzhou hin und her flitzen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Regierung in Peking weist den Bericht jedoch zurück.
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Peking - Die deutschen Transrapid-Hersteller ThyssenKrupp   und Siemens   können sich Hoffnung auf eine zweite Strecke in China machen - wenn eine Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Mittwoch stimmt. Danach hat die Staatskommission für Entwicklung und Reform grundsätzlich beschlossen, Shanghai und die knapp 170 Kilometer entfernte Sechs-Millionen-Stadt Hangzhou mit einer Schwebebahn zu verbinden.

Die für Transrapid-Fans erfreuliche Nachricht wurde allerdings umgehend vom Transportbüro der Stadt Shanghai dementiert. Auch die chinesische Regierung wies den Bericht zurück. Die Reform- und Entwicklungskommission in Peking erklärte: "Das Projekt ist noch nicht genehmigt worden."

In der ThyssenKrupp-Repräsentanz in Peking löste die positive Nachricht aus Shanghai ebenfalls Überraschung aus. Zwar hätte das deutsch-chinesische Konsortium Transrapid International mit der Regierung in den letzten Monaten über die Hangzhou-Trasse diskutiert und auch immer wieder "positive Signale" gehört. Von einer "durchverhandelten Angelegenheit" könne jedoch bislang keine Rede sein.

Xinhua berief sich auf einen Artikel in der Zeitung "Hangzhou Ribao" und präsentierte viele Einzelheiten des Vorhabens: Startpunkt der Strecke ist das Shanghaier Weltausstellungsgelände, bis Hangzhou gibt es zwei weitere Zwischenstopps. Shanghai veranstaltet 2010 die Expo. Das Projekt werde drei Milliarden Euro kosten, die Fahrzeit 27 Minuten betragen. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen und bis 2009 dauern, hieß es.

Bislang flitzt der Transrapid auf einer rund 30 Kilometer langen Teststrecke zwischen dem Shanghaier Flughafen Pudong und der U-Bahnstation Longyang, rund fünf Kilometer von Shanghais Finanzzentrum entfernt, hin und her. Er schafft dabei zeitweise eine Geschwindigkeit von 431 Stundenkilometern. Auf der Hangzhou-Trasse soll der Zug 450 Stundenkilometer erreichen.

Auffällig: Die Xinhua-Meldung erwähnt die Deutschen nicht als Partner. Unklar ist, was dies bedeutet. Möglicherweise trauen sich die Chinesen zu, einen eigenen Transrapid zu bauen. Knackpunkte in den Verhandlungen waren bislang, wie viel die Chinesen in Eigenregie errichten und welches Know-How die Deutschen an die Auftraggeber weitergeben werden. Dabei hatte ThyssenKrupp offenbar die Bereitschaft signalisiert, den Chinesen "bis zur Schmerzgrenze" Technologien und die Regie über das Projekt zu überlassen sowie die Produktion weitgehend zu "lokalisieren".