Hilfspaket Chiphersteller Qimonda ist vorerst gerettet
Dresden - Der Speicherchiphersteller Qimonda ist vorerst gerettet. "Wir haben heute den Durchbruch geschafft", sagte der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Sonntag und präsentierte ein Hilfspaket für die angeschlagene Firma. Es sieht Darlehen in Höhe von insgesamt 325 Millionen Euro vor. Geldgeber sind das Land Sachsen mit 150 Millionen Euro, die Qimonda-Mutter Infineon mit 75 Millionen Euro und das Land Portugal mit 100 Millionen Euro. "Damit sind jetzt gute Voraussetzungen geschaffen, damit Qimonda auch noch die restlichen Schritte auf dem Weg der Gesamtfinanzierung gehen kann", erklärte Jurk.
Die Portugiesen wollen sich über die Investitionsbank in Lissabon mit einem Darlehen an dem Rettungspaket beteiligen. Es ist an Auflagen geknüpft. Damit wollen sie ihr eigenes Qimonda-Werk bei Porto retten, das von Produkten aus Dresden abhängt. Portugal ist mit 1800 Angestellten nach Deutschland einer der wichtigsten Produktionsstandorte von Qimonda in Europa.
Qimonda kämpft massiv mit Überproduktion und Preisverfall im Halbleitermarkt. Das Unternehmen fügte der Muttergesellschaft 2007/08 allein fast drei Milliarden Euro Verlust zu. In den letzten Quartalen hat Qimonda mehr Verlust als Umsatz gemacht. Qimonda wurde 2006 von Infineon abgespalten und an die New Yorker Börse gebracht. Die Münchner Firma hält noch 77,5 Prozent an der Tochter.
Die Suche nach einem Investor für Qimonda blieb bislang erfolglos. Deshalb drohte dem Unternehmen die Pleite, ohne das nun Rettungspaket wären wohl Anfang nächsten Jahres die Lichter ausgegangen. Weltweit beschäftigt Qimonda rund 13.000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es rund 4600 Menschen. Unabhängig von dem Hilfspaket sehen Sparmaßnahmen den Abbau von rund 950 Stellen beim Dresdner Qimonda-Werk mit derzeit rund 3000 Beschäftigten vor.
Dem Rettungsplan ging ein wochenlanges Tauziehen voraus. Infineon lehnte zunächst ein Rettungspaket von Sachsen ab. Das Land hatte einen Kredit von 150 Millionen Euro angeboten und von Infineon gefordert, denselben Betrag zur Verfügung zu stellen. Der Konzern wies das aber zurück.