Hintergrund: DaimlerChrysler könnte einem Vergleich zustimmen - DER SPIEGEL
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Hintergrund DaimlerChrysler könnte einem Vergleich zustimmen

DaimlerChrysler schließt vor Beginn des Schadenersatzprozesses mit dem US-Milliardär Kirk Kerkorian einen Vergleich wohl nicht mehr aus. Der US-Verteidiger der Stuttgarter, Mike Schell, lehnt nach Presseberichten eine außergerichtliche Einigung mit dem Ex-Chrysler-Hauptaktionär nicht mehr wie bisher kategorisch ab.
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Düsseldorf - "Wir sind gesprächsbereit", sagte der New Yorker Anwalt nach Angaben des "Handelsblatts". Ähnlich hatte sich Schell schon laut "Süddeutscher Zeitung" geäußert. Nach Angaben des Münchner Blattes fügte er jedoch hinzu, jetzt aber bereite man sich auf den Prozess vor. Dieser beginnt am Montag vor dem Bezirksgericht in Wilmington (Staat Delaware). Der Ausgang gilt als völlig ungewiss. Ein Urteil wird nicht vor dem Frühjahr 2004 erwartet.

In dem Prozess geht um die milliardenschwere Schadenersatzklage des US-Milliardärs und früheren Chrysler-Hauptaktionärs Kirk Kerkorian. Der 86-jährige Kerkorian fordert zwei Milliarden US-Dollar Schadenersatz, weil er sich vom Stuttgarter Konzern über den Charakter der Fusion von 1998 mit Chrysler getäuscht fühlt. Der damalige Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler im Wert von 36 Milliarden Dollar sei eine Übernahme gewesen und nicht, wie damals von Schrempp behauptet, ein "Zusammenschluss unter Gleichen". Daher habe er bei der Fusion beider Autobauer durch Aktientausch zu wenig Geld für seine 13,75 Prozent Chrysler-Anteile bekommen, klagt Kerkorian.

Dessen Anwälte hätten DaimlerChrysler   bereits einen Vergleich auf Basis des Kompromisses zwischen Daimler und US-Kleinaktionären angeboten, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Branchenkreise weiter. Schell habe dies nicht kommentieren wollen. "Wir sind von unserer Rechtsposition überzeugt und werden eine Entscheidung vor Gericht suchen", sagte DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert in der Zeitung.

Ursprünglich hatte der Chrysler-Hauptaktionär sogar acht Milliarden US-Doller gefordert. Schell bezifferte die jetzt zur Verhandlung anstehende Schadensumme auf "nur" 1,1 Milliarden Dollar. Mit ebenfalls Klage führenden US-Kleinaktionären, die insgesamt 22 Milliarden Dollar Entschädigung gefordert hatten, einigte sich DaimlerChrysler schon außergerichtlich auf eine Zahlung von 300 Millionen Dollar.