Hintergrund: Das lange Siechtum des Neuen Markts - DER SPIEGEL
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Hintergrund Das lange Siechtum des Neuen Markts

Das Platzen der High-Tech-Blase im Jahr 2000 läutete der Niedergang des lukrativsten deutschen Aktienmarktes aller Zeiten ein. Jetzt wird das zuletzt von Skandalen geschüttelte Börsensegment dicht gemacht.
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Hamburg - Eine deutsche Version der amerikanischen Wachstumsbörse Nasdaq sollte der Neue Markt sein. Zuletzt war er jedoch nur noch ein Spielplatz für Zocker: Institutionelle Anleger sind kaum noch engagiert, Kleinanleger lassen seit Monaten die Finger vom Nemax.

Nach seinem Höchststand bei 9237 Punkten im Frühjahr 2000 entwich die reichlich vorhandene heiße Luft aus dem Segment. Gigabell, Infomatec  , Comroad   und viele andere Unternehmen gerieten wegen unausgegorener Geschäftsmodelle oder bilanzieller Durchstechereien in Schwierigkeiten. Statt für den nächsten heißen Börsengang interessierte sich die Öffentlichkeit nur noch für die Frage, wer als nächster in Gras beißt.

Einst war der Neue Markt das erfolgreichste Wachstumssegment in Europa. Bei der Marktkapitalisierung (gesamter Börsenwert der gelisteten Unternehmen, errechnet aus Aktienzahl und Aktienkurs) war der Neue Markt lange Zeit europäischer Spitzenreiter. Am Neuen Markt waren Ende vergangenen Jahres 326 Unternehmen notiert. Die Marktkapitalisierung betrug zu diesem Zeitpunkt knapp 50 Milliarden Euro.