Hintergrund Der Terror-Versicherer Extremus
Köln - Nach dem 11. September hatten die Versicherer ihren Kunden zunächst den Schutz für alle terroristisch bedingten Sachschäden gekündigt, die 25 Millionen Euro Schaden übersteigen. Diese Lücke füllt nun der Neuling aus Köln - mit einer maximalen Deckung von 1,5 Milliarden pro Kunde und einer Gesamtkapazität von 13 Milliarden Euro.
Extremus sichert innerhalb Deutschlands Sachschäden ab, die durch Explosionen, Brand und Flugkörper-Aufprall entstehen. Zudem versichert das Unternehmen daraus resultierende Schäden durch Betriebsunterbrechung. Die Terrorschutz-Police kann nur auf der Basis einer bestehenden Feuerversicherung abgeschlossen werden. Schäden, die durch nukleare, chemische oder biologische Anschläge entstehen, deckt Extremus nicht ab, auch Kriegs- und Bürgerkriegsfolgen sind ausgeschlossen. Die möglichen jährlichen Prämien bewegen sich je nach Versicherungssumme zwischen 6250 Euro und knapp über acht Millionen Euro.
Gesellschafter der Extremus AG sind 16 Erst- und Rückversicherer, darunter Allianz , AIG, HDI, Gerling, Gothaer, Münchner Rück , Swiss Re und HUK Coburg. Die maximale Kapazität verteilt sich auf drei Stufen: Die ersten 1,5 Milliarden Euro stellen deutsche Versicherer, die nächsten 1,5 Milliarden internationale Rückversicherer unter Führung von Berkshire Hathaway. Weitere 10 Milliarden zahlt im Bedarfsfall der Bund, der im Gegenzug einen Anteil an den Prämien erhält.
Die Extremus AG betreibt in Köln eine Bürogemeinschaft mit der Deutschen Kernreaktorversicherungsgemeinschaft. Sie beschäftigt derzeit sieben eigene Mitarbeiter, deren Zahl nach den Worten von Vorstandschef Gas auf über zehn wachsen soll. Extremus betreibt keinen eigenen Vertrieb und keine Schadensabteilung, sondern verlässt sich hierbei auf Makler beziehungsweise auf die beteiligten Erstversicherer.