Hintergrund Die Lauda Air
Wien - Als der Rennfahrer Niki Lauda 1979 seine eigene Airline gründete, setzte die teilstaatliche Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) alles daran, die unliebsame private Konkurrenz am Boden zu halten. Ursprünglich mit zwei Flugzeugen als "Bedarfsfluglinie" ins Leben gerufen, hat die Lauda Air der großen AUA in den letzten Jahren sowohl im Linien- als auch im Chartergeschäft kräftig zugesetzt. Jetzt soll sie vom einstigen Erzfeind geschluckt werden.
Heute besitzt die Lauda Air, deren Chef regelmäßig als Kapitän im Cockpit Platz nimmt, 26 Flugzeuge. Im letzten Jahr beförderte das Unternehmen 1,7 Millionen Passagiere an 38 Zielorte. Die 1800 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von 5,5 Milliarden Schilling - rund 785 Millionen Mark. Nachdem die Lauda Air in den neunziger Jahren gut verdient hatte, rutschte sie 1999 erstmals ins Minus.
In den letzten Monaten hatten die Piloten und das Bordpersonal der Lauda Air wiederholt mit Streik gedroht, um höhere Gehälter durchzusetzen, wie sie beim Konkurrenten AUA gezahlt werden. Nach Medienberichten sollen AUA-Piloten bis zu 50 Prozent mehr verdienen als bei der Lauda Air. Niki Lauda besitzt 30 Prozent der Firmenanteile, 36 Prozent hält die AUA, 20 Prozent die Lufthansa und 14 Prozent sind im Streubesitz.