Hintergrund Versicherer in den Schlagzeilen
Die Hannoversche Leben, 1875 als Preußischer Beamten-Verein gegründet, bietet vor allem kapitalbildende und Risiko-Lebensversicherungen sowie Berufsunfähigkeitsversicherungen an. Der unabhängige Direktversicherer mit rund 430 Mitarbeitern und zuletzt rund 790.000 Verträgen rangiert zwar nur auf Platz 20 der Lebensversicherer, steht aber stellvertretend für viele Probleme der Branche.
Durch Sofortausschüttungen, die die Prämien minderten, landete die Hannoversche bei Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen in Rankings lange Zeit vor der Konkurrenz; sie galt als Darling der Verbraucherschützer. Zugleich baute die Hannoversche wegen dieser Praxis aber wenig Reserven auf. Hinzu kam, dass der frühere Vorstandschef Eckart von Uckermann erst sehr spät in Aktien investierte, die drastisch an Wert verloren. Uckermann gab seinen Amt im Herbst nach Konflikten mit der Finanzaufsicht BAFin ab.
Am 11. September 2001 gab die Hannoversche die Senkung der Überschussbeteiligung bei kapitalbildenden Lebensversicherungen bekannt und eilte damit den meisten in der Branche voraus. Mit einer Verzinsung von 4,0 Prozent des Sparanteils liegt sie auch 2003 unter dem Branchendurchschnitt. Zugleich sind die Verwaltungskosten und die Abschlusskosten des Unternehmens nach eigenen Angaben die niedrigsten aller Lebensversicherer, so dass der Sparanteil bei Policen höher liegt als bei vielen Konkurrenten. Die Hannoversche ist juristisch als Verein auf Gegenseitigkeit (VVaG) organisiert, in dem alle Versicherten als Mitglieder gelten.