Hintergrund: Wie Barry Diller den Sonnenkönig austrickste - DER SPIEGEL
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Hintergrund Wie Barry Diller den Sonnenkönig austrickste

Selbst diejenigen, die Dillers Internet-Unternehmen kennen und nutzen, ahnen oft nicht, dass Diller dahinter steckt. Das mag auch daran liegen, dass ihr Besitzer bis Mitte März eine anspruchsvolle Doppelrolle spielte - und so sein Publikum verwirrte.
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Bis vor wenigen Wochen nämlich führte der Tausendsassa, quasi im Nebenjob, neben USAi auch noch Vivendi Universal Entertainment (VUE), ein weit größeres Unternehmen. Das Medien-Joint-Venture, zu dem unter anderem die Universal-Filmstudios und Themenparks gehören, entstand Ende 2001, als Diller seine TV-Kanäle USA Networks, Sci-Fi-Channel und andere für den sagenhaften Preis vom rund elf Milliarden Dollar an den einkaufsfreudigen Vivendi-Universal-Chef Jean-Marie Messier weiterreichte.

Der hoch komplexe VUE-Deal war ein Musterbeispiel dafür, wie sich gierige ausländische Investoren von Hollywood-Insidern über den Tisch ziehen lassen - und einer der Profiteure hieß Barry Diller. Die Fernsehsender, die der Franzose so dringend haben wollte, hatte Diller ein paar Jahre vorher für nur vier Milliarden Dollar von der kanadischen Seagram-Gruppe gekauft. Zudem ließ sich Messier auf großzügige Vertragsklauseln ein, die Diller erlauben, den jetzt geplanten, dringenden Notverkauf der Entertainmentsparte zu blockieren.

Das Gerangel zwischen Messiers Nachfolger Jean-René Fourtou und Diller zieht momentan fast die gesamte Medien-Aufmerksamkeit auf. Hollywood-Klatschbasen glauben gar, dass der alte Medien-Hase Diller rückfällig wird, die Schuldenkrise der Franzosen nutzt - und versuchen könnte, Universal für einen günstigen Preis aufzukaufen. Erstmals in seiner Karriere wäre er nicht nur Studiochef, sondern Studiobesitzer. Diller dementiert nach Kräften, er wolle sich allein auf den elektronischen Handel konzentrieren - doch die Gerüchte bleiben. Derweil investiert er die Milliardenerlöse aus dem Deal mit Messier fleißig in seine E-Commerce-Projekte.