Hiobsbotschaft GM muss Bilanz nach unten korrigieren
Detroit - Der Reingewinn des Jahres 2001 sei irrtümlich um 300 Millionen bis 400 Millionen Dollar zu hoch in der Bilanz ausgewiesen worden, erklärte General Motors (GM) gestern in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. Das Zahlenwerk müsse neu erstellt werden, weil einige Lieferantenkredite aus Versehen als Einnahmen gebucht worden seien. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft sei dadurch um 25 Prozent bis 35 Prozent zu hoch ausgewiesen worden.
Der Konzern werde auch die Bilanzen der Folgejahre korrigieren, sofern sich der Fehler auf diese ausgewirkt haben sollte, hieß es weiter. Die Überprüfung des Falles sei noch nicht endgültig abgeschlossen.
Damit kommt GM weiterhin nicht aus den Negativschlagzeilen. Erst kürzlich hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des US-Autokonzerns noch tiefer in den "Ramsch"-Bereich herabgestuft. Davor hatte auch Moody's das bereits auf spekulatives Niveau reduzierte Langfrist-Rating von GM gesenkt. Eine niedrigere Bewertung verteuert die Kreditbeschaffung.
Zudem steckt GM tief in einer Absatzkrise. Im Oktober hatte der Autokonzern auf seinem Heimatmarkt USA den dritten Monat in Folge weniger Autos verkauft. Auch hat GM allein im dritten Quartal einen Verlust von 1,6 Milliarden Dollar eingefahren und damit weit mehr als von Branchenexperten erwartet. Nach neun Monaten summierten sich die Verluste auf netto rund drei Milliarden Dollar.
Weiterhin belastet GM die Insolvenz des Automobilzulieferers Delphi. GM hatte bei der Abspaltung der früheren Tochter 1999 vereinbart, Pensionszahlungen für Delphi zu übernehmen, falls dieser vor 2007 zusammenbricht.