Hochstimmung ifo-Index auf 14-Jahreshoch
München - Der Index kletterte von 101,8 auf 103,3 Punkte, wie das Münchner ifo-Institut berichtet. Analysten hatten nach dem Fünfjahreshoch im Januar einen leichten Rückgang erwartet. "Der Aufschwung gewinnt an Breite", erklärte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. "Zusätzlich zum Exportgeschäft scheint nun auch die Binnennachfrage in Schwung zu kommen."
Dem Forschungsinstitut zufolge betrachteten vor allem die Einzelhändler ihre momentanen Geschäfte und ihre Aussichten spürbar zuversichtlicher. "Auch im Großhandel und im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima aufgehellt", erklärten die Forscher. Auch in der sowieso schon optimistischen Industrie nahm die Zuversicht noch einmal etwas zu. Die positiven Erwartungen an das Exportgeschäft hätten sich nur leicht abgeschwächt.
Die rund 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftssituation als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser. Der Teilindex der Lage zog von 99,7 auf 101,9 Punkte an. Der Teilindex der Erwartungen legte von 103,8 auf 104,8 Punkte zu. Der ifo-Index gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konjunktur in Deutschland.
Experten hatten mit einer schlechteren Entwicklung gerechnet. Beim Indikator für die Erwartungen waren die Beobachter von einem Rückgang auf 102,4 Punkte ausgegangen. Bei der Beurteilung der aktuellen Lage hatten sie 100,3 Punkte erwartet. Zum Jahresende 2005 hatte die Wirtschaft nur stagniert. Allerdings rechnen die meisten Ökonomen weiter mit einem Aufschwung und einem Wachstum von bis zu zwei Prozent.
ase/AP/Reuters/dpa-AFX