Hochzeit Shell-Dea: Die Marken bleiben erhalten - DER SPIEGEL
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Hochzeit Shell-Dea Die Marken bleiben erhalten

Die Mineralölkonzerne Shell und Dea legen ihr Geschäft zusammen. Es entsteht der größte Tankstellenbetreiber Deutschlands. 750 Stellen werden abgebaut.
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Hamburg/Bonn - Der Shell-Konzern und die RWE-Tochter Dea legen zum 1. Juli ihr Tankstellennetz und ihre Raffinerien in Deutschland zusammen. Wie die Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mitteilten, rechnen sie in zwei Jahren mit Einsparungen in Höhe von 300 Millionen Mark. Voraussichtlich jeder zehnte der insgesamt 7500 Arbeitsplätze soll abgebaut werden.

Die neue Shell & Dea Oil GmbH wird mit rund 3200 Stationen einen Marktanteil von 24 Prozent erreichen. Die Marken Shell und Dea bleiben erhalten. Das neue Unternehmen und Aral (19 Prozent Anteil) sind künftig die beiden großen Spieler im Markt, die ihre nächsten Konkurrenten Esso (10 Prozent) und BP (7 Prozent) deutlich übertreffen.

Der Zusammenschluss muss noch durch das Bundeskartellamt genehmigt werden. Die Behörde sei noch nicht offiziell unterrichtet worden, sagte ein Sprecher in Bonn.

"In einem von Wettbewerb geprägten Markt ist Kostenreduktion nur ein Erfolgsfaktor", sagte Adrian Loader, der verantwortliche Shell-Produktmanager in Europa. Das neue Unternehmen kommt auf einen Umsatz von rund 70 Milliarden Mark (35,8 Milliarden Euro).

Loader ließ offen, ob die Tankstellennetze der beiden Marken teilweise zusammengelegt werden sollen. Das werde das Management der neuen Gesellschaft zu entscheiden haben, ebenso wie den Standort der neuen Hauptverwaltung in Hamburg. Gegenwärtig sind Shell und Dea auf drei Standorte in der Hansestadt verteilt.

Entscheidend für den Erfolg des Vorhabens werde sein, unter dem Dach des neuen Unternehmens die beiden Marken Shell und Dea in eine Position zu bringen, die sowohl die Bedürfnisse der Kunden wie auch der Unternehmen in der Zukunft sichere. "Beides sind starke Marken mit einer klaren Positionierung und loyalen Kunden."

Das Joint Venture wird eine Raffineriekapazität von 34,3 Millionen Jahrestonnen zusammenbringen, das ist ein knappes Drittel der deutschen Gesamtkapazität. Einsparungen sollen vor allem durch die Zusammenarbeit zweier benachbarter Raffinerien in Köln-Godorf und Köln-Wesseling erreicht werden.

Bei dem Handel ist nach Aussage von RWE-Chef Dietmar Kuhnt kein Geld geflossen. Die jeweils 50-prozentige Beteiligung beider Unternehmen ergebe sich aus dem Wert der eingebrachten Unternehmensteile. Sollten sich kleinere Abweichungen ergeben, würden sie ausgeglichen.

Mittelfristig will Shell die Mehrheit oder alle Anteile an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Shell & Dea Oil GmbH übernehmen. Der RWE-Konzern konzentriere sich auf die Geschäftsfelder Strom, Gas, Wasser und Abfall. Dazu gehöre auch das Upstream-Geschäft der RWE-Dea, die Förderung von Öl und Gas.

"Wir haben klare Optionen für die Zukunft getroffen und können unseren Anteil spätestens zum 1. Januar 2004 zu einem bereits festgelegten Preis verkaufen", sagte Kuhnt. Falls RWE diese Option nicht nutze, könne Shell ein Prozent der RWE-Anteile kaufen und damit die Kontrollmehrheit erreichen. Auch der erste Chef der neuen Firma werde von Shell kommen. Der Name soll noch in dieser Woche veröffentlicht werden.

Nachdem die RWE-Dea bereits ihr Chemiegeschäft Condea verkauft habe, sehe er nun viel versprechende Perspektiven für die Erdölförderung im RWE-Konzern, sagte Kuhnt. RWE-Dea fördert unter anderem in einem Konsortium 1,8 Millionen Tonnen Erdöl jährlich im Wattenmeer vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und will die Aktivitäten international ausweiten.