Höhere Mehrwertsteuer: Autoverkäufe brechen drastisch ein - DER SPIEGEL
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Höhere Mehrwertsteuer Autoverkäufe brechen drastisch ein

Alle jubeln über die brummende Konjunktur, nur die Autobranche nicht: Die Verkäufe von Neuwagen ist in den ersten vier Monaten eingebrochen - um fast 30 Prozent. Ein Hersteller setzte sogar 54 Prozent weniger ab. Die Autobauer führen das auf die höhere Mehrwertsteuer zurück.
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Hamburg - Die Zurückhaltung der privaten Autokäufer in Deutschland macht den Herstellern immer mehr Probleme. Während sich in anderen Branchen die Aussichten für den privaten Konsum aufhellen, bricht der Autoabsatz ein. Von Januar bis April seien die privaten Autokäufe um 27 Prozent eingebrochen, berichtete das Magazin "auto motor und sport" heute unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Dataforce.

Am stärksten betroffen ist demnach Ford  . Die Kölner Tochter des US-Autobauers verbuchte in den ersten vier Monaten im Privatkundengeschäft einen Verkaufsrückgang von 54 Prozent, gefolgt von BMW   (minus 39 Prozent), Fiat   (minus 38 Prozent) und Audi   (minus 35 Prozent).

In ähnlicher Größenordnung (minus 34 Prozent) sackte der Absatz an Privatkäufer von VW ab. Die Rüsselsheimer GM  -Tochter Opel verlor knapp 30 Prozent. Als einziger deutscher Hersteller konnte Mercedes-Benz die Einbrüche in Grenzen halten und musste nur ein Minus von 6,1 Prozent verkraften. Den geringsten Rückgang (minus 1,6 Prozent) verzeichnete die tschechische VW-Tochter Skoda, deren günstige Modelle offenbar den Geschmack der Kundschaft eher treffen.

Eine Ford-Sprecherin führte den Einbruch auf die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresanfang zurück. Davon sei der Kölner Autobauer besonders stark betroffen, weil sein Privatkundengeschäft besonders groß sei.

Das Minus aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung fällt nach Branchenangaben höher aus als erwartet. Das Marktforschungsinstitut B&D nahm deshalb seine Neuzulassungsprognose für den deutschen Markt auf 3,32 Millionen von 3,4 Millionen zurück.

Der Branchenverband VDA hatte bereits nach dem scharfen Verkaufsrückgang zu Jahresbeginn das Ziel aufgegeben, den Absatz 2007 stabil halten zu können. Zum Jahreswechsel hatte sich die Branche noch zuversichtlich gezeigt, den Absatz bei 3,4 Millionen Einheiten halten zu können. 2006 waren in Deutschland 3,47 Millionen Autos neu registriert worden.

Viele Käufer hatten vor dem Jahreswechsel noch einen neuen Wagen gekauft, um der höheren Mehrwertsteuer zu entgehen.

kaz/Reuters