Höhere Rückstellung - DER SPIEGEL
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DEUTSCHE BANK Höhere Rückstellung

• aus DER SPIEGEL 52/1998
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Die Kosten für die Übernahme von Bankers Trust durch die Deutsche Bank sind deutlich höher als bisher bekannt. Der Gesamtaufwand des Kaufs der amerikanischen Investmentbank könne bei rund 21 Milliarden Mark liegen, signalisierte Rolf Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, seinem Aufsichtsrat. Um vor unliebsamen Überraschungen in den Büchern von Bankers Trust gewappnet zu sein, werde für noch nicht kalkulierbare Risiken eine Rückstellung von 1,1 Milliarden Mark gebildet. Das addiert sich zum Kaufpreis von 17,1 Milliarden Mark für die Aktien von Bankers Trust und einem Restrukturierungsaufwand von mindestens 2,4 Milliarden Mark, der für Abfindungen und Halteprämien der Investmentbanker einkalkuliert wird. Da die Übernahme in kurzer Zeit verhandelt worden war, konnte die Deutsche Bank offensichtlich manche Risiken bei Bankers Trust nur stichprobenartig überprüfen. Mit Argwohn betrachten ihre Risikomanager etwa das Engagement von Bankers Trust bei der finanziell angeschlagenen Eurotunnel Plc/SA. Es gibt Zweifel, ob die Wertberichtigungen in den Büchern von Bankers Trust schon ausreichen. Um die Aktionäre zu beschwichtigen, will Breuer nun stille Reserven in Höhe von zwölf Milliarden Mark mobilisieren und den Gewinn für 1998 auf einen Schlag um fünf bis sechs Milliarden Mark erhöhen. Am vergangenen Mittwoch kündigte er an, daß Beteiligungen wie Daimler-Chrysler (aktueller Börsenwert 19 Milliarden), Allianz (13 Milliarden) oder Münchener Rück (sieben Milliarden) in insgesamt 15 eigene Personengesellschaften ausgegliedert werden und dann mit einem höheren Wert in der Bilanz stehen. In Zukunft sollen diese mit Hilfe einer eigenen Beteiligungsgesellschaft aktiver betreut werden. Die Bank will sich steuerschonend von Beteiligungen trennen, indem sie Firmen mit einem hohen Verlustvortrag in die jeweilige Gesellschaft hineinnimmt und die Beteiligungen steuerfrei verkauft.

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