Höhere Tabaksteuern Raucher ziehen stärker an Zigaretten
Berlin - Raucher steigen nach einer Tabaksteuererhöhung auf stärkere Zigaretten um und ziehen stärker an jeder Zigarette. Das ergab eine Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit veröffentlicht hat. Für die Untersuchung wurden Daten von rund 20.000 Rauchern in den USA genutzt, die mehrere Jahre zu Zahl, Marke und Schadstoffgehalt der gerauchten Zigaretten befragt worden waren und regelmäßig Speichelproben abgegeben hatten. Diese Angaben wurden zur Entwicklung der Tabaksteuer in Beziehung gesetzt.
"Die Raucher passen offenbar nicht nur die Zahl der gerauchten Zigaretten an, sondern auch die Nikotin-Menge, die sie jeweils herausziehen", erklären die Autoren der Studie. Einerseits steigen sie auf kräftigere Zigarettensorten um. "Die Ergebnisse legen aber auch nahe, dass Raucher die Art und Weise ändern, wie sie eine Zigarette rauchen." Andere Studien hätten gezeigt, dass durch die Zahl der Züge oder durch Grad und Dauer des Inhalierens die eingenommene Nikotin-Menge je Zigarette beeinflusst werden könne.
Eine einprozentige Steuererhöhung führt der Studie zufolge zu einer um 0,4 Prozent höheren Intensität des Rauchens. "Unsere Ergebnisse stellen damit den Nutzen von Steuern zur Regulierung des Rauchens in Frage, insbesondere, weil die medizinische Literatur gezeigt hat, dass eine zunehmende Intensität des Rauchens gesundheitsschädlich ist", schlussfolgern die Autoren.