Hoffnung an den Börsen: Wall Street dreht ins Plus - DER SPIEGEL
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Hoffnung an den Börsen Wall Street dreht ins Plus

Ist das Erdbeben an den internationalen Börsen jetzt vorbei? Die US-Börsen drehten heute nach einem turbulenten Handelsstart wieder ins Plus. Im Rest der Welt war der Wochenanfang allerdings eine Katastrophe. Experten sagen: Das Schlimmste ist noch nicht überstanden.
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New York - Auch an der Wall Street waren die Anleger heute alles andere als gelassen: Hektik bestimmte bisher den Handelstag. Der Dow Jones   startete schwach und verlor zunächst 73 Punkte. Dann aber drehte das bekannteste US-Börsenbarometer wieder ins Plus und lag am Nachmittag mit 12.142,06 wenigstens mit rund 0,23 Prozent im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq   schafften nach ersten Verlusten mit 0,03 Prozent Plus zumindest den Sprung ins Positive.

Sind die zaghaften Erholungs-Erscheinungen ein Zeichen dafür, dass es nach den rasanten Kursverlusten der vergangenen Woche jetzt wieder aufwärts geht? Das ist noch lange nicht gesagt. Die Anleger sorgen sich Experten zufolge über das deutlich schwächer werdende US-Wirtschaftswachstum, das im Schlussquartal 2006 nur noch eine hochgerechnete Jahresrate von 2,2 Prozent erreicht hatte. Außerdem wird 2007 bei den US-Unternehmen nach langem Höhenflug nur noch ein bescheidenes Gewinnwachstum von sieben bis acht Prozent erwartet.

In Europa und Asien hatte die Börsenwoche zudem so katastrophal begonnen, wie die vergangene aufgehört hatte. Der Dax   verlor bis zum Nachmittag über ein Prozent auf 6496,79 Zähler - dabei hatte der deutsche Leitindex erst vor einer Woche erstmals seit Jahren die Marke von 7000 Punkten kurzfristig überschritten. Auch in London   und Paris büßten die Kurse ein.

Der japanische Nikkei   war zuvor bereits unter die psychologisch wichtige Marke von 17.000 Punkten gerutscht und schloss 3,34 Prozent tiefer bei 16.642,25 Zählern.

Händler begründeten das Minus mit dem starken Yen, der anhaltenden. In Shanghai schloss der Aktienmarkt mit drei Prozent im Minus. An den Börsen in Hongkong, Südkorea, Taiwan, Singapur und Indien ging es ebenfalls bergab. Der dortige Kurseinbruch am vergangenen Dienstag hatte das weltweite Börsenbeben überhaupt erst ausgelöst.

Das Schlimmste sei noch nicht überstanden, erklärten Börsenbeobachter in Europa denn auch - ungeachtet der hoffnungsvollen Entwicklung in den USA. "Auch wenn es nach den drastischen Kursrückgängen der vergangenen Tage bald eine technische Gegenreaktion nach oben geben dürfte, ist der Abwärtstrend noch nicht beendet", sagte ein Marktteilnehmer. Trotzdem bestehen die Experten darauf: Die Kurseinbrüche sind ein reinigendes Gewitter und keine Trendwende.

Atul Hatwar von Crosseas Securities im indischen Bombay etwa rät Anlegern, die Nerven zu behalten und Aktien nicht überstürzt zu verkaufen, "da sich der Markt nach zunächst noch anstehenden Schwankungen bald wieder erholen dürfte." Auch der Börsenexperte Gottfried Heller fürchtet trotz der gegenwärtigen Talfahrt an den Börsen keine tief greifende Krise an den internationalen Finanzmärkten. "Das Ganze ist eine technische Korrektur einer einseitigen Überspekulation, die noch etwas dauern kann", sagte der Chef der Fiduka Depotverwaltung der dpa in München.

Anlass zur Sorge um die Weltwirtschaft sieht er nicht. Zwar werde das Wachstum in diesem Jahr etwas nachlassen, die Unternehmen verbuchten aber weiterhin gute Gewinne und die Wirtschaft sei insgesamt gesund. "Es ist nicht so, dass eine Rezession vor der Tür steht."

In der vergangenen Woche waren die Aktienmärkte nach einem Minus von fast neun Prozent - dem stärksten Kurseinbruch seit einer Dekade - in Shanghai weltweit in die Knie gegangen. In New York erlebte die Wall Street ihren schwärzesten Tag seit dem Kursverfall nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

ase/AFP/dpa/reuters