Hoffnungsträger Russischer Superjet schafft endlich Jungfernflug
Moskau - Es war kein leichter Start: Ursprünglich sollte der "Superjet" schon Ende 2007 zum ersten Mal abheben, doch wegen technischer Probleme wurde der Jungfernflug wieder und wieder verschoben. Heute aber war es endlich soweit: 40 Minuten drehte der neue Jet des Herstellers Suchoi seine Runden in 1200 Meter Höhe, wie eine Unternehmenssprecherin der Nachrichtenagentur Interfax sagte.
Der Superjet ist die erste Neuentwicklung in der zivilen Luftfahrt des Landes seit 1991. Die Wirtschaftskrise in den neunziger Jahren hat die russische Flugzeugindustrie an den Rand des Ruins gebracht. Während zu Sowjetzeiten jährlich etwa 100 Passagiermaschinen verkauft wurden, waren es zuletzt weniger als zehn.
Der neue Regionaljet soll nun der Anfang eines Wiedererstarkens der gesamten Branche sein - so jedenfalls plant es die Moskauer Staatsführung. Der bisherige Präsident Wladimir Putin hat die Wiedergeburt des zivilen Flugzeugbaus zu einer Priorität der Industriepolitik erklärt. Suchoi gehört zur neu gegründeten Flugzeugbau-Holding UAC. Bisher hatte das Unternehmen nur Kampfflugzeuge hergestellt.
Der "Superjet 100", der für 75 bis 95 Passagiere konzipiert ist, wird in der sibirischen Stadt Komsomolsk gebaut. Das Passagierflugzeug für einen Katalogpreis von 18 Millionen Euro soll den etablierten Herstellern auf dem Markt für Regionalflugzeuge wie dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier oder der brasilianischen Firma Embraer Konkurrenz machen.
Suchoi will bis 2024 insgesamt 800 Maschinen verkaufen, 300 an russische und 500 an ausländische Fluggesellschaften. 73 Superjets sind bereits bestellt - die meisten von der russischen Aeroflot.