Hoffnungszeichen: Experte prophezeit Mini-Inflation - DER SPIEGEL
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Hoffnungszeichen Experte prophezeit Mini-Inflation

Obwohl die Wirtschaft in Gang kommt, dürfte die Inflationsrate in Deutschland nach einer neuen Prognose purzeln und purzeln. Bis zum Sommer könnte sie gar auf einen Wert von einem Prozent fallen. Die Vorhersage steht indes auf wackligen Beinen.
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München - Im Januar hatte eine Inflationsrate von 2,1 Prozent bei vielen zum Ärger über den "Teuro" Anlass gegeben - obwohl Statistiker einen Einfluss der neuen Währung auf die Teuerung für völlig unerheblich halten. Bereits im Februar dann schwächte sich der Preisauftrieb wieder ab: Die Inflationsrate lag bei 1,7 Prozent abgeschwächt. Vor allem niedrigere Preise für Benzin, Heizöl und Gas gelten als Grund für die Inflationsverlangsamung.

Im weiteren Jahresverlauf dürfte der leichte Abwärtstrend nach Einschätzung des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung anhalten. Bis zum Sommer könne die Rate sogar bis auf ein Prozent heruntergehen. Zum Teil liegt das daran, dass die Preise für Öl und Saisonwaren wie Obst im vergangenen Jahr stark angezogen hatten. Außerdem eröffne die schwache Verbrauchskonjunktur kaum Chancen für größere Preiserhöhungen, schreibt ifo-Prognostiker Wolfgang Nierhaus im aktuellen ifo Schnelldienst.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Teuerungsrate um die Marke von eineinhalb Prozent einpendeln, heißt es in dem Bericht. "In dieser Größenordnung dürfte sich auch der Jahresdurchschnittswert 2002 bewegen." Damit liege die Inflation in Deutschland in diesem Jahr wieder unter dem mittelfristigen Höchstwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent.

Bei dieser Prognose hat das ifo Institut einige Annahmen zugrunde gelegt: Es geht davon aus, dass die Ölpreisversorgung weltweit zu moderaten Preisen gewährleistet bleibt und der Euro im Vergleich zum US-Dollar im weiteren Jahresverlauf leicht aufgewertet wird. Wenn die US-Wirtschaft schneller wächst als die der Euro-Zone könnte sich diese Annahme aber als irrig erweisen. Außerdem geht die Kalkulation von moderaten Tarifabschlüssen aus - ebenfalls eine wacklige Spekulation.