Hohe Arztrechnungen Private Krankenversicherung wird drastisch teurer
Köln - Vertreter, die allerorten das Preis-Leistungsverhältnis der privaten Krankenversicherungen anpreisen, könnten bald in arge Argumentationsnot geraten. Denn mit der großen Preisersparnis gegenüber gesetzlichen Versicherern könnte es bald vorbei sein. "Die Unternehmen am Markt werden durch die Bank ihre Beiträge zweistellig anpassen, zum Teil sogar deutlich zweistellig", sagte der Chef des Marktführers unter den privaten Krankenversicherungen gegenüber der "Financial Times Deutschland".
DKV-Chef Boetius machte gestiegene Kosten für Arztbehandlungen und Arzneimittel für die geplanten Erhöhungen verantwortlich. Außerdem seien auch geänderte Rahmenbedingungen wie die gestiegene Lebenserwartung zu berücksichtigen. Die Krise an den Aktienmärkten habe dagegen kaum unmittelbare Auswirkungen auf die privaten Krankenversicherer, sagte Boetius.
Um dem Preisauftrieb entgegenzuwirken, holte sich Boetius Unternehmensberater von McKinsey ins Haus, die die Kostenstruktur gründlich überprüfen sollen. Insbesondere die in der Vergangenheit häufig von Ärzten und Versicherten kritisierte Praxis bei der Rechnungsüberprüfung steht auf dem Prüfstand. Bereits angepeilt ist die Reduzierung der Mitarbeiterzahl um zehn Prozent in den nächsten drei Jahren. Allerdings solle nach Möglichkeit keiner der derzeit rund 4500 Mitarbeiter deswegen entlassen werden, sagte Boetius.
Eine branchenweite Preisrunde wollte der Verband der privaten Krankenversicherung in Köln allerdings nicht bestätigen. Neben der DKV würden wohl noch einige andere Kassen die Beiträge erhöhen, aber über einen Anstieg auf breiter Front und in der genannten Höhe habe man keine Informationen, teilte der Verband auf Anfrage mit.