Hohe Benzinpreise: US-Online-Kaufhäuser freuen sich - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Hohe Benzinpreise US-Online-Kaufhäuser freuen sich

Ganz Amerika ächzt wegen der hohen Spritpreise. Nur die Online-Kaufhäuser freuen sich: Dank des Preisanstiegs rechnen sie für das Weihnachtsgeschäft mit einem saftigen Umsatzplus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Eigentlich könnte man meinen, dass die hohen Sprit-Preise dem Weihnachsgeschäft in den USA ziemlich zusetzen werden - schließlich können die Verbraucher weniger ausgeben. Doch Shmuel Gniwisch glaubt nicht, dass die Benzinkosten den Amerikanern die Einkaufslaune verderben können.

Der Geschäftsführer des Online-Juweliers Ice.com setzt darauf, dass die Kunden zum Shoppen einfach nicht mehr mit dem Auto in die riesigen Shopping-Zentren fahren. Stattdessen würden sie ihre Weihnachtseinkäufe vom heimischen Schreibtisch aus tätigen, sagte er der amerikanischen Tageszeitung "New York Times". Gniwisch rechnet damit, dass seine Verkaufszahlen in der Weihnachtszeit um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen werden.

Mehrere Marktexperten unterstützen der Zeitung zufolge Gniwischs Prognose. In einer Studie von Shopzilla, einer Internetseite des amerikanischen Medienkonzerns E. W. Scripps, wird geschätzt, dass 40 Prozent der amerikanischen Online-Shopper in Zukunft häufiger im Internet einkaufen werden. Der Grund: die hohen Spritpreise.

Auch die Marktforscher von eMarketer rechnen damit, dass Online-Einkäufe in den USA im letzten Quartal 2005 um 22 Prozent zunehmen werden. Damit würde sich der Jahresumsatz der Internet-Kaufhäuser auf 26 Milliarden Dollar (21,5 Milliarden Euro) belaufen - 4,5 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr.

"Es gehen nicht notwendigerweise mehr Menschen online einkaufen, aber die Online-Shopper gehen häufiger", erklärt Donna L. Hoffman, Professorin für Marketing an der Vanderbilt University, der Zeitung die Auswirkungen der hohen Spritpreise.

Doch auch die nicht-virtuellen Kaufhäuser erwarten eine Umsatzsteigerung für das Weihnachtsgeschäft - allerdings eine wesentlich geringere: Der amerikanische Einzelhandelsverband geht davon aus, dass der Umsatz der Geschäfte im gleichen Zeitraum um nur fünf Prozent steigen wird. Das würde allerdings immer noch einen Jahresumsatz von 435 Milliarden Dollar (360 Milliarden Euro) bedeuten.