Wegen der Krise in Asien bekommen deutsche Banken zunehmend Schwierigkeiten mit ihren Krediten. Die Bayerische Landesbank, die rund 20 Milliarden Mark nach Südostasien verliehen hat, muß für Kreditrisiken einen dreistelligen Millionenbetrag zurückstellen. Norbert Walter, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, geht davon aus, daß bei weiteren deutschen Kreditinstituten hohe Wertberichtigungen anfallen. Verlockt durch höhere Zinsen, haben deutsche Banken und ihre ausländischen Tochterinstitute mehr als 200 Milliarden Mark in Südostasien ausgeliehen. Aktuelle Zahlen der Deutschen Bundesbank belegen, daß deutsche Institute 1997 ihre Kreditengagements in Ländern wie Hongkong, Indonesien und Thailand noch erhöht haben, während amerikanische und japanische Banken schon auf dem Rückzug waren.
Die Ausleihungen nach Südkorea nahmen während der ersten neun Monate 1997 von 17,8 auf 22,5 Milliarden Mark, in Singapur von 69,8 auf 82,1 Milliarden Mark zu. Dabei stieg der Anteil kurzfristiger Ausleihungen, die jetzt umgeschuldet werden müssen, immer stärker an. »Asien galt als Hort der Wirtschaftsdynamik, und zu Hause war nichts los«, erklärt Walter das gestiegene Engagement der Banken. Die erzielbaren Zinsen in Asien waren höher - aber offensichtlich auch die Risiken. Viele deutsche Banken sind beispielsweise im Besitz von Anleihen koreanischer Banken und Unternehmen, die bereits mit einem Abschlag von 15 bis 20 Prozent gehandelt werden. Diese müssen in den Bilanzen entsprechend abgeschrieben werden.
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Kredite inländischer Banken an Südostasien
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Kredite inländischer Banken an Südostasien
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