Hohe Zitterprämien - DER SPIEGEL
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STAATSANLEIHEN Hohe Zitterprämien

• aus DER SPIEGEL 30/2002
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Für ganz harte Zocker bieten die Banken argentinische Staatsanleihen, die Renditen bis zu 97 Prozent bringen - wenn Argentinien zahlt. Doch derzeit deutet alles darauf hin, dass der unter einer katastrophalen Wirtschaftskrise leidende Staat seine Auslandsschulden nicht oder nur teilweise bedienen wird. Damit wäre Argentinien das erste Land seit Kriegsende, das ausländische Kreditgeber leer ausgehen lässt. Nach der Argentinien-Krise sind auch die Anleihe-Kurse anderer Länder mit schlechter Bonität nach unten und damit die Renditen in die Höhe gegangen. So werfen brasilianische Papiere, die zwischen 2004 und 2007 fällig werden, rund 25 Prozent ab. »Zitterprämie« nennen Banker derartige Aufschläge. Weniger zittern müssen die Anleger, die türkische Anleihen kaufen. Das Land will in die EU und kann es sich nicht leisten, seine Auslandsschulden zu streichen; es darf zudem als wichtiger Nato-Partner auf US-Hilfe hoffen. Die Türkei-Krise hat in diesem Sommer die Anleihen billiger gemacht. Die 9,625-prozentige Euro-Anleihe von 1999 etwa, die im August 2005 zum Kurs von 100 fällig wird, liegt derzeit bei 87,1. Das bedeutet eine Rendite von 15,1 Prozent - fast doppelt so viel wie vor drei Monaten.

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