Hoher Ölpreis Airlines befürchten Milliardenproblem
Berlin - Der Chef des Weltverbandes der Fluggesellschaften IATA, Giovanni Bisignani, sagte der "Financial Times Deutschland", die gestiegenen Kerosinpreise würden zu Mehrkosten in Höhe von acht bis zwölf Milliarden Dollar führen. Daraus ergebe sich für die in der IATA organisierten Fluglinien einen Verlust von bis zu zehn Milliarden Euro.
Bisignani zufolge werde der jüngste Ölpreisanstieg bereits in kürzester Zeit Folgen für die Unternehmensgewinne in der Branche haben. Treibstoff mache in der Regel 12 bis 15 Prozent der Gesamtkosten einer Fluggesellschaft aus. Eine Erhöhung des Kerosinpreises um 1 Cent pro Gallone bedeute für die Branche Mehrkosten in Höhe von 600 Millionen Dollar.
Nach Einschätzung von Bisigniani sind einige Probleme der IATA-Mitglieder allerdings hausgemacht. "Wir müssen Teile unseres Geschäftsmodells ändern", forderte der IATA-Chef. Seiner Ansicht nach haben die etablierten Luftfahrtgesellschaften bisher noch nicht adäquat auf die Konkurrenz der Billigflieger reagiert. Die im Vergleich höheren Ticketpreise müssten durch zusätzliche Qualität gerechtfertigt werden, forderte Bisignani. Er kritisierte auch die mangelnden Fortschritte bei der Liberalisierung des internationalen Luftverkehrs-Marktes. Für falsch hält er beispielsweise gesetzliche Regelungen, wonach Airlines ihre Verkehrsrechte im Heimatland verlieren, wenn sie mehrheitlich in ausländischen Besitz geraten.