Holzmann-Insolvenz Neue Schulden-Milliarde aufgetaucht
Frankfurt am Main - Der insolvente Philipp-Holzmann-Konzern schuldet einem Zeitungsbericht zufolge den Gläubigern mehr Geld als bisher erwartet. Insgesamt verlangten die Gläubiger drei Milliarden Euro, schreibt die "Financial Times Deutschland" in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf Gläubigerkreise.
Damit übersteigt die Gesamthöhe bisher genannte Zahlen beträchtlich. Vor der Holzmann-Insolvenz Ende März hatten Insider einen Schaden von zwei Milliarden Euro für die Gläubigerbanken genannt. Dazu kommen Forderungen vor allem von Lieferanten und Subunternehmen, an die Holzmann den Großteil der Arbeiten auf den Großbaustellen vergeben hatte. Insgesamt gibt es etwa 600 Gläubiger, schreibt das Blatt.
Die Holzmann-Insolvenzverwaltung wollte den Bericht nicht kommentieren. Andere, mit der Lage bei Holzmann vertraute Kreise, bestätigten aber der Deutschen Presse-Agentur die Größenordnung von drei Milliarden Euro: "Es dürfte auf ungefähr diese Summe hinauslaufen".
Insolvenzverwalter Ottmar Hermann soll bereits Tochtergesellschaften von Holzmann verkauft haben. Die Neusser Werhahn-Gruppe bestätigte ihr Interesse am Kauf der Deutsche Asphalt. Hijmans interessiert sich für die Töchter Dubbers Malden und Franki Grundbau. Und die Abgabe der US-Tochter J.A. Jones soll 500 Millionen US-Dollar bringen, so der Bericht.