Holzmann-Nachspiel Deutsche Bank schasst Vorstand
Frankfurt am Main - Der 60-jährige Boehm-Bezing wird sein Amt zur Hauptversammlung am 17. Mai 2001 aufgeben, teilte die Deutsche Bank am Mittwoch mit. Das ist ein Jahr vor seinem planmäßigen Ausstieg. Der Vorstand für Transaction Banking und Corporate Finance habe sich zu diesem Schritt auf ärztliches Anraten entschlossen, hieß es weiter.
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat dem Rücktritt bereits zugestimmt und gleichzeitig Jürgen Fitschen mit sofortiger Wirkung in den Vorstand berufen.
Boehm-Bezing stand seit dem Beinahe-Konkurs des Baukonzerns Philipp Holzmann 1999 in der Kritik. Als Aufsichtsratschef des Unternehmens hatte er die Milliardenlöcher in der Bilanz übersehen. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren, der Vorwurf lautet auf "Betrug zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland". Für Beobachter kommt der Rücktritt daher nicht überraschend: Die Schonfrist innerhalb der Bank sei abgelaufen, heißt es.
Sein Nachfolger begann seine Bankkarriere bei der Citibank. 1987 trat der heute 52-jährige Fitschen in den Asien-Ableger der Deutschen Bank ein. Nach Stationen in Bangkok, Tokio und Singapur wurde er 1997 Mitglied des Bereichsvorstands Unternehmen und Immobilien. Seit 1998 ist er Mitglied des Bereichsvorstands Globale Unternehmen und Institutionen.