Holzmann Sanierungspläne offenbar gescheitert
Berlin - Nach Ablauf der Erklärungsfrist für das Sanierungskonzept teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am Dienstagabend mit, er sehe sich unverändert nicht in der Lage, dem Holzmann-Haustarifvertrag ohne zusätzliche Vereinbarungen mit der IG Bau beizutreten. Zur Begründung wird auf die Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes und auf angeblich erhebliche Wettbewerbsverzerrungen verwiesen. Diese seien als Folge des im Haustarifvertrag enthaltenen bedingten Lohnverzichts bei Holzmann zu erwarten.
Der Hauptverband forderte die IG Bau zu Gesprächen über eine Gesamtlösung auf. Die Gewerkschaft stellt ich nun nach eigenen Angaben auf eine Krisensitzung mit dem Holzmann-Betriebsrat ein. "Nun ist Holzmann an der Reihe", sagte IG Bau-Sprecher Knoche. Die Gewerkschaft hatte angekündigt, dass der Belegschaftsbeitrag der Holzmänner nur bei Zustimmung der Arbeitgeberverbände in der ausgehandelten Form haltbar sei.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, in dem Holzmann Mitglied ist, hatte lange auf eine Lösung "in letzter Minute" gehofft. Doch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ließ verlauten, dass er den vorliegenden Vertrag strikt ablehne. Auch eine Nachverhandlung solle es nicht geben.
Vom 1. Februar an sollen die Holzmann-Beschäftigten 18 Monate lang pro Woche zusätzlich fünf unbezahlte Stunden leisten. Diese Überstunden werden auf Arbeitszeitkonten verbucht und frühestens von Mitte 2002 an in Freizeit ausgeglichen. Erreicht Holzmann bis dahin nicht die Gewinnschwelle, wäre dies auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Holzmann-Chef Konrad Hinrichs hatte für den Fall einer Ablehnung durch die Verbände mit dem Austritt aus dem Arbeitgeberverband gedroht. Notfalls werde auch ohne Zustimmung der Tarifparteien der Sanierungsbeitrag der Belegschaft umgesetzt. Die IG Bau droht in dem Fall mit einer Klage.