Holzmann Stellenabbau fällt höher aus
Frankfurt am Main - Anfang Februar hatte Hinrichs noch von 3300 Stellen gesprochen, die gestrichen werden sollten. Der Abbau der Arbeitsplätze ist nach seinen Angaben bereits zu 70 Prozent vollzogen. Etwa 1500 Mitarbeiter hätten dem Wechsel in Beschäftigungsgesellschaften zustimmt. Weitere 1100 scheiden durch Kündigungen aus. "Der Abbau der weiteren 1200 Mitarbeiter bedarf noch der Klärung", sagte Hinrichs. Nach seiner Einschätzung ist "die Sanierung des Philipp-Holzmann-Konzerns auf gutem Weg".
Auf dem Aktionärstreffen wurden die Weichen für das Sanierungskonzept der Banken gestellt werden. Die Anteilseigner billigten die Ausgabe so genannter Wandelgenussrechte. Dabei verzichten die Banken auf Verbindlichkeiten in Höhe von rund 770 Millionen Mark und erhalten im Gegenzug Anleihen, die später in Aktien umgewandelt werden können.
Zudem wurde der Ruhrkohle-Chef Gerhard Neipp in den Aufsichtsrat gewählt. Er soll den bisherigen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Carl von Boehm-Bezing von der Deutschen Bank, der Mitte April seinen Posten abgibt, ersetzen.
Der belgische Großaktionär Gevaert scheiterte mit dem Versuch, ein weiteres Sondergutachten zur Aufhellung der Beinahe-Pleite durchzusetzen. Ein entsprechender Antrag, vertreten durch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), fand aber mit fast 30 Prozent immerhin eine deutliche Unterstützung. Gevaert kommt lediglich auf einen Kapitalanteil von 13 Prozent. Damit kann die DSW nur noch versuchen, ihre Ansprüche gerichtlich weiter zu verfolgen. Auch beantragte Schadenersatzansprüche lehnte die Hauptversammlung ab.