Holzmann-Subvention: EU beschließt intensive Prüfung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Holzmann-Subvention EU beschließt intensive Prüfung

Die Philipp Holzmann AG muss vermutlich lange auf die Staatshilfen von 250 Millionen Mark warten. Die EU bezweifelt die Notwendigkeit der Subventionen und wird deshalb das geplante Hilfspaket des Bundes genau unter die Lupe nehmen, teilte die Kommission am Dienstag mit.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel/Frankfurt - Das förmliche EU-Verfahren kann sich mehrere Monate lang hinziehen. Die Prüfung gefährdet nach Einschätzung des Unternehmens aber nicht dessen Sanierung. Von Anfang an sei klar gewesen, dass eine langwierige Untersuchung anstehen könne. "Das führt nicht dazu, dass morgen hier die Lichter ausgehen", sagte ein Holzmann-Sprecher.

Die EU-Kommission machte im Hinblick auf die Staatshilfen "ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit der Maßnahmen mit dem gemeinsamen Markt" geltend. Von einem längerfristigen Überleben Holzmanns sei die Kommission nicht überzeugt.

Bedenken gebe es auch hinsichtlich der geplanten Maßnahmen zum Ausgleich von Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten von Holzmann-Konkurrenten. Wettbewerbs-Generaldirektor Alexander Schaub stellte aber klar, das Prüfverfahren sei kein Indiz für die Unzulässigkeit der Zahlungen: "Eine negative Entscheidung ist damit in keiner Weise präjudiziert." Mit der förmlichen Untersuchung haben nun auch Konkurrenten von Holzmann die Möglichkeit, zu den geplanten Staatshilfen in Brüssel Stellung zu nehmen.

Unabhängig von Dauer und Ausgang der EU-Prüfung zweifelt am Frankfurter Bankenplatz niemand daran, dass das beschlossene Sanierungspaket zu Stande kommt. Die Kreditinstitute bereiten zurzeit die dazu gehörende Kapitalerhöhung für die Philipp Holzmann AG vor, die bis Ende Februar über die Bühne gehen soll, hieß es.

Bevor die beteiligten Kreditinstitute grünes Licht geben, warten sie ein Sanierungsgutachten des Münchener Unternehmensberaters Roland Berger ab, das Anfang Februar vorgelegt werden soll. Zweifel an den Sanierungschancen seien mit dieser Haltung allerdings nicht verbunden, wird versichert. "Der Sanierungszug läuft, daran wird auch Roland Berger nichts ändern."