Holzmann: Wer kontrolliert die Kontrolleure? - DER SPIEGEL
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Holzmann Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG muss sich nach Ansicht des Bilanzexpertens Karlheinz Küting im Fall des Milliardenverlustes des Holzmann-Konzerns schwere Versäumnisse vorwerfen lassen. Küting forderte in der Samstagsausgabe der "Welt" die Bundesregierung auf, eine "Kontrollinstanz für Kontrolleure einzurichten". Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" drohen dem angeschlagenen Holzmann-Konzern weitere Millionenverluste.
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Unter Berufung auf interne Dokumente berichtete die "Berliner Zeitung", das Bauunternehmen habe über Jahre hinweg eigene Grundstücke und Gebäude mit überhöhten Wertansätzen in die Bücher aufgenommen. Das interne Papier verzeichne daher erhebliche "zusätzliche Risiken aus Grundstücks- und Immobilienbewertungen", schrieb die Zeitung.

Für die Sanierungsanstrengungen des Konzerns könne dies fatal sein: Denn das Holzmann-Management gehe davon aus, dass die beteiligten Banken die von ihnen beliehenen Grundstücke zu den überhöhten Buch- und nicht zu den deutlich niedrigeren Verkehrswerten übernähmen, obwohl es dafür noch gar keine Zusage gebe, berichtete das Blatt. Aus den Grundstücksverkäufen dürften keine weiteren Verluste entstehen. Denn für ein Gelingen des Sanierungsvorhabens müsse der Verkauf von Grundstücken und Gebäuden liquiditätsneutral gestaltet werden, da sonst das gesamte Rettungs-Rechenwerk nicht aufgehe.

Küting, Direktor des Institutes für Wirtschaftsprüfung und Professor der Universität des Saarlandes, sagte: "Ein Fehlbetrag von 2,4 Milliarden macht 27 Prozent der gesamten Bilanzsumme des Bauriesens aus." Das dürfe und könne einem Wirtschaftsprüfer nicht verborgen bleiben. Wenn Fehlbeträge in einer solchen Größenordnung nicht erkannt würden, "muss sich nicht nur der Laie fragen, was eine handelsrechtliche Bilanzprüfung überhaupt noch entdecken soll".

Nach Erkenntnissen des Institutes für Wirtschaftsprüfung "dominiert die KPMG zusammen mit PWC Deutsche Revision das deutsche Wirtschaftsprüferwesen", heißt es in dem "Welt"-Bericht. Die Holzmann-Kontrolleurin KPMG überprüfe die Bilanzen bei 13 von 30 im Deutschen Aktienindex (DAX) vertretenen Konzernen. Das ergebe einen Marktanteil von mehr als 43 Prozent. Bezogen auf alle börsennotierten Unternehmen in Deutschland komme die KPMG auf einen Marktanteil von rund 25 Prozent. Zu den Kunden gehörten unter anderem DaimlerChrysler, BMW, VIAG, Mannesmann, Deutsche Bank, Metallgesellschaft und Henkel.