Horror-Quartal Ford verbucht Milliardenverlust im Autogeschäft
Dearborn - Das Vorsteuerminus lag im Autogeschäft bei 1,3 Milliarden Dollar und war damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr, teilte Ford mit. Grund seien zu hohe Kosten und die Rabattschlachten. Selbst das traditionell starke Finanzgeschäft des Konzerns konnte diesen Mammut-Verlust mit einem Gewinn von 900 Millionen Dollar nicht ausgleichen.
Auch in Europa schrieb Ford trotz Sanierungs-Forschritten erneut rote Zahlen. Allerdings fiel der Verlust mit 163 Millionen Dollar um rund 40 Millionen geringer aus als im Vorjahr. Insgesamt betrug der Nettoverlust des Konzerns zwischen Juli und September 284 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie. Der Umsatz stieg im Quartal leicht von rund 39 auf 40,9 Milliarden Dollar, in der Autosparte von 32,8 Milliarden auf 34,7 Milliarden Dollar. Weltweit verkaufte Ford 1,531 Millionen Fahrzeuge.
Ford leidet auf dem US-Markt wie sein Konkurrent General Motors unter dem starken Wettbewerb. Trotz Verkaufsaktionen ging der US-Absatz zurück, als die Nachfrage nach SUVs wegen der steigenden Kraftstoffpreise nachließ. Deswegen hatte das Unternehmen bereits beschlossen, die Produktion im vierten Quartal um 2,4 Prozent auf 810.000 Fahrzeuge zurückzufahren.
Die Kosten von Ford steigen auch wegen der Finanzprobleme des Konzerns. So führte der Abstufung des Kredit-Ratings des Unternehmens zu einem Anstieg der Kosten bei der Aufnahme von Krediten. Damit wächst nun der Druck auf Ford, seinen Kostensenkungsplan für die Nordamerika-Division einzuleiten.
Ford hatte bisher lediglich mitgeteilt, im Herbst einen Umstrukturierungsplan vorzulegen. Das Unternehmen schloss dabei einen größeren Stellenabbau und Werkschließungen nicht aus. Derzeit verhandelt der Konzern mit der US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW über Konzessionen bei den Milliarden-Kosten für die betriebliche Krankenversicherung. General Motors hatte von der Gewerkschaft vor wenigen Tagen Milliarden-Zugeständnisse erhalten.