Hurrikan "Rita" Sieben US-Ölraffinerien geschlossen
Houston - In zwei weiteren Raffinerien wurde die Produktion gedrosselt, damit sind zwölf Prozent der US-amerikanischen Kapazitäten bereits betroffen. Weitere fünf Prozent der Anlagen befinden sich noch wegen des Hurrikans "Katrina" außer Betrieb. Entlang der texanischen Küste haben sich rund ein Viertel der US-Raffinerien angesiedelt.
In der Region wird nicht nur mit Überschwemmungen gerechnet, sondern auch mit Stromausfällen - die sich noch schlimmer auf die Ölindustrie auswirken. Erfahrungen mit vergangenen Stürmen hätten gezeigt, dass mit Stromunterbrechungen bis zu zwei Wochen gerechnet werden müsste, warnte der Versorger CenterPoint Utility Wann die Produktion in den geschlossenen Raffinerien wieder aufgenommen werden kann, ist noch ungewiss.
Damit spitzt sich die ohnehin angespannte Lage beim Nachschub für Öl weiter zu. Es bestehe das Risiko, dass weitere Raffinerien beeinträchtigt würden, sagte Guy Caruso, Leiter der Energy Information. Der Ausfall zahlreicher Raffinerien nach dem Hurrikan "Katrina" vor rund drei Wochen hatte bereits zu einem deutlichen Anziehen der Ölpreise geführt. Die Internationale Energieagentur (IEA) gab daraufhin 60 Millionen Barrel Rohöl (je rund 159 Liter) aus den Reserven mehrerer Industrieländer zum Verkauf frei. "Wir können uns keine weitere Unterbrechung der Benzinproduktion mehr erlauben", warnte Energy Information-Chef Caruso.
Neben den USA stellt sich auch Mexiko darauf ein, eventuell Erdölanlagen stillegen zu müssen. Der staatliche Konzern Petroleos Mexicanos (Pemex) ordnete am Mittwoch die Räumung zweier Bohrtürme im Golf von Mexiko an.
An den internationalen Märkten wird unterdessen aufgrund des Hurrikans damit gerechnet, dass der Ölpreis weiter anzieht. Gestern hatte er zwischenzeitlich die 68 Dollar Marke überschritten.