Hypothekenkrise Ackermann rügt Risikomanagement der Banken
Frankfurt am Main - Investoren hätten sich in der Vergangenheit zu sehr auf das Urteil von Ratingagenturen verlassen, kritisierte Ackermann auf einer Veranstaltung in Frankfurt. Zudem sollten Banken als Lehre aus der Finanzkrise für höhere Transparenz sorgen und ihre Eventualverbindlichkeiten für außerbilanzielle Zweckgesellschaften besser offenlegen.
Am Wochenende bereits hatte Ackermann den in Schwierigkeiten geratenen Banken eine Mitverantwortung an der Krise zugewiesen. Offenkundig hätten die Risiken in der Bilanz und außerhalb, die manche Banken und Investoren eingingen, nicht in einem angemessenen Verhältnis zur Größe und Risikotragfähigkeit dieser Akteure gestanden, kritisierte Ackermann in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt".
Trotz der aktuellen Krise zeigte sich Ackermann sowohl für das eigene Geschäft als auch für die weltweite Bankenbranche zuversichtlich. "Es mag einige Zeit dauern, bis das Finanzsystem die Auswirkungen der 'US-Subprime'-Krise verdaut hat", erklärte er. Einen entscheidenden Anteil daran, dass die Krise habe begrenzt werden können, hätten die Zentralbanken gehabt, fügte der Banker hinzu. "Die Finanzspritzen der Notenbanken weltweit waren sehr wertvoll". Einen derartigen Liquiditätsengpass in der Branche wie in der jüngsten Krise habe er noch nicht erlebt.
Angesichts des relativen Ausmaßes des Problems und des beherzten Eingreifens von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden bleibe die Deutsche Bank denn auch optimistisch für das weltweite Geschäftsumfeld der Branche. Deutschlands größtes Finanzhaus habe dank eines strikten Risikomanagements die Kreditrisiken unter Kontrolle.
Gleichwohl sind die Turbulenzen an den Finanzmärkten auch an der Deutschen Bank nicht spurlos vorüber gegangen. Zwar sei er auch mit Blick auf den August mit der Entwicklung zufrieden, sagte Ackermann. Die Verwerfungen im August hätten aber auch die Deutsche Bank in den Bereichen Sales & Trading sowie bei Corporate Finance beeinträchtigt.
Infolge der US-Immobilienkrise hatten sich Geschäftsbanken nicht im üblichen Maß gegenseitig Kredite gewährt. Um Engpässe in den Geldmärkten zu verhindern, hatten Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) hohe Milliardensummen zusätzlich zur Verfügung gestellt.
mik/dpa-AFX/dpa/Reuters