HypoVereinsbank / Dresdner Bank "Es wird langsam langweilig"
München - "Wir möchten zu diesen immer wiederkehrenden Marktgerüchten nicht dauernd Stellung nehmen, es wird langsam langweilig", sagte eine HypoVereinsbank-Sprecherin. Bei der Dresdner Bank hieß es lediglich: "Wir geben dazu keinen Kommentar ab." Auch der Allianz-Konzern, der an beiden Banken maßgeblich beteiligt ist, will zu den Spekulationen nichts sagen.
Doch trotz der Dementis wird in Börsenkreisen bereits über Personalfragen spekuliert. Der Berliner Börseninformationsdienst "Gatrixx" erklärte unter Berufung auf "sehr gut informierte banknahe Kreise", Chef des fusionierten Konzerns solle der frühere Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Krumnow werden.
An der Börse legten die Kurse der beiden Banken am Mittwoch gegen den Trend deutlich zu. Der Kurs der Dresdner Bank stieg bis zum Mittag um zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent auf knapp 53,50 Euro. Die Aktien der HypoVereinsbank gewannen rund zwei Prozent auf 67,00 Euro.
Der "Münchner Merkur" hatte berichtet, bereits im Dezember habe es bei einer Verhandlungsrunde in Berlin den entscheidenden Durchbruch gegeben. Ein Zusammenschluss zum größten deutschen Kreditinstitut könne möglicherweise noch in diesem Januar bekannt gegeben werden. Weiter hieß es in dem Bericht, Aufsichtsräte beider Banken hätten der Zusammenlegung von Geschäftsaktivitäten bereits zugestimmt. Die HypoVereinsbank-Sprecherin betonte dagegen, von einem Treffen in Berlin sei nichts bekannt. Die Bank habe stets klargestellt, dass ein Zusammengehen mit der Dresdner Bank nur "eine Option unter vielen" sei.
Die HypoVereinsbank war im Herbst 1998 aus dem Zusammenschluss der Bayerischen Vereinsbank mit der Hypo-Bank hervorgegangen.