HypoVereinsbank Immobiliengeschäft drückt Rendite
München - Die HypoVereinsbank hat ihr Ergebnis vor Steuern im vergangenen Jahr um mehr als eine Milliarde Euro auf 1,85 Milliarden Euro (3,6 Milliarden Mark) erhöht. Trotz der Übernahme der Bank Austria habe man die "operativen Ziele voll erreicht", sagte Vorstandschef Albrecht Schmidt am Donnerstag in München.
Die Eingliederung der Bank Austria habe sich noch nicht wesentlich auf das Ergebnis ausgewirkt, sagte Schmidt auf der Bilanzpressekonferenz. "Wir fühlen uns jetzt für den Wettbewerb in Europa und für weiteres Wachstum gut aufgestellt." Auf der Baustelle HypoVereinsbank sei der Rohbau abgeschlossen, "nun arbeiten wir am Innenausbau".
Immobilientochter an die Börse
Nach einem Gewinneinbruch im Immobiliengeschäft, dem bisher wichtigsten Standbein, will die HypoVereinsbank die Aktivitäten in eine neue Immobilienbank ausgliedern. Diese soll dann im Oktober an die Börse gehen.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Immobiliengeschäft ging um ein Drittel auf 473 Millionen Euro zurück. Schmidt machte dafür das schwache Inlandsgeschäft verantwortlich.
Rendite steigt auf 9,2 Prozent
Mit dem Jahresergebnis 2000 sei er "recht zufrieden", sagte Schmidt: Nachdem die Altlasten der früheren Hypobank beseitigt sind, konnte die Risikovorsorge halbiert werden. Das Betriebsergebnis war mit 1,87 Milliarden Euro fünfmal so hoch wie im Vorjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde auf 1,98 Milliarden Euro verdoppelt. Die Eigenkapitalrendite stieg von 3,6 auf 9,2 Prozent und soll im laufenden Jahr "deutlich über zehn Prozent" steigen.
Weitere Filialen werden geschlossen
Mehr als ausgeglichen wurde das Ergebnis des Immobiliengeschäfts vom Privat- und Geschäftskundengeschäft mit einem Plus von 16 Prozent auf 615 Millionen Euro, vom internationalen Finanzmarktgeschäft mit einem Plus von 22 Prozent auf 585 Millionen Euro und vom Firmenkundengeschäft mit einem Plus auf 578 Millionen Euro.
Schmidt kündigte weitere Filialschließungen an, das Direkt-Banking soll ausgebaut werden. "Wir haben schon jetzt rund zwei Millionen Internet- und Telefonbanking-Kunden", sagte er. Zusammen mit der französischen Selftrade, der österreichischen Da.at und der Direktanlagebank "bauen wir jetzt die erste Plattform für ein europaweites Direktbankgeschäft", sagte Schmidt. Das herkömmliche Filialnetz werde weitmaschiger, die Beratung aber besser werden.