HypoVereinsbank: Tarifangestellte sollen nach Leistung bezahlt werden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

HypoVereinsbank Tarifangestellte sollen nach Leistung bezahlt werden

Die HypoVereinsbank will künftig auch die Mitarbeiter, die normale Tarifgehälter verdienen, verstärkt nach Leistung bezahlen. Wer die vereinbarte Leistung bringt, dem winken bis zu zwei zusätzliche Monatsgehälter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Das neue Vergütungssystem nutze eine Öffnungsklausel im Tarifvertrag für das private Bankgewerbe, berichtet die "Financial Times Deutschland". Künftig werden für die 12.000 HVB-Tarifangestellten das 13. Monatsgehalt mit dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie weitere freiwillige Leistungen, die ein 14. Gehalt ergaben, komplett in ein Bonussystem umgewandelt. Die Umstellung erfolgt schrittweise bis 2008.

Die außertariflich Beschäftigten beziehen bereits seit 1995 eine flexible Vergütung mit Festgehalt und Leistungskomponenten. Die HVB-Tarifangestellten waren im Unterschied zu den erfolgsabhängigen Vertrieben bei Finanzdienstleistern oder Versicherungen bisher nicht direkt am Absatzerfolg beteiligt.

Nach dem neuen Modell, das mit dem Gesamtbetriebsrat ausgehandelt wurde, erhalten die Tarifangestellten der Zeitung zufolge zwölf feste Monatsgehälter und einen individuellen Bonus auf Basis von zwei Gehältern. Die tatsächliche Bonussumme kann zwischen null und vier zusätzlichen Gehältern schwanken. Ausschlaggebend ist, ob die im Mitarbeitergespräch vereinbarten Ziele erreicht werden. Ein HVB-Sprecher sagte, die Bank habe jetzt bessere Leistungsanreize für den Vertrieb.

Mit der neuen Regelung nimmt die HVB eine Vorreiterrolle ein, nachdem bislang nur die Deutsche Bank erste Ansätze umgesetzt habe, schreibt die "FTD". Die Gewerkschaft Verdi reagierte zurückhaltend. Die Erfahrungen mit ähnlichen Modellen seien eher negativ gewesen, sagte Bankenexperte Uwe Foullong der "FTD". Die Belegschaften hätten sich häufig über falsche Beurteilungen beklagt.