Hyundai-Skandal: Koreas Auto-Patriarch stundenlang verhört - DER SPIEGEL
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Hyundai-Skandal Koreas Auto-Patriarch stundenlang verhört

Es geht um schwarze Kassen, Schmiergeld, Steuerhinterziehung: Seit Wochen erschüttert ein Skandal beim mächtigen Hyundai-Konzern das Wirtschaftswunderland Südkorea. Nun musste der 68-jährige Firmenchef zu einem demütigenden Verhör erscheinen.
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Seoul - Die Vernehmung in der Hauptstadt Seoul begann am Vormittag Ortszeit und dauerte bis zum frühen Abend. Als er bei der Obersten Staatsanwaltschaft ankam, versprach Chung Mong-koo, Chef der nach Samsung   zweitgrößten Firmengruppe des Landes, mit den Ermittlern zusammenarbeiten zu wollen. Sein Eintreffen wurde landesweit im Fernsehen übertragen.

Vor laufender Kamera drückte der Hyundai  -Chef erneut sein Bedauern über die Vorfälle aus: "Ich entschuldige mich beim Volk", sagte er. Bisher hat er aber alle Verantwortung abgestritten. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, Chung könne noch am Montag festgenommen werden.

Chung senior steht im Verdacht, zusammen mit seinem Sohn Chung Eui-sun eine maßgebliche Rolle beim Anlegen von schwarzen Kassen bei Tochterfirmen des Konzerns gespielt zu haben. Chung junior ist Chef beim Tochterunternehmen Kia. Aus den Geheimfonds der beiden sollen in den vergangenen Jahren hohe Geldbeträge an Regierungsbeamte, Politiker und Bankmanager geflossen sein. Die Firmen sollen außerdem Lobbyisten eingesetzt haben, um Einfluss auf die Regierung zu Gunsten von Konzerninteressen zu gewinnen.

850 Millionen Euro als Entschuldigung gespendet

Zwei Lobbyisten sowie der Chef des Hyundai-Logistikunternehmens Glovis wurden bereits verhaftet. Unter den Verhafteten ist auch ein Mann, der 1997 für den damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung gearbeitete hatte. Die Ermittlungen hatten im März begonnen. Chung junior war bereits zu einem früheren Zeitpunkt verhört worden. Sein Vater soll außerdem durch illegale Finanztransaktionen die Übertragung der Konzernkontrolle an den Sohn gefördert haben.

Beide Chungs haben bereits angekündigt, angesichts der Affäre eine Spende zu karitativen Zwecken von einer Billion Won (etwa 857,6 Millionen Euro) aus eigenem Vermögen leisten zu wollen.

Hyundai Motor müsse wegen der laufenden Ermittlungen den für Mitte Mai geplanten Baubeginn eines Produktionswerks in Tschechien voraussichtlich verschieben, sagte ein Unternehmenssprecher in Seoul. Das Unternehmen wollte als Teil seiner Expansionspläne in Europa bis zu eine Milliarde Euro in den Bau einer Fabrik in der Gemeinde Nosovice investieren. Das Engagement Hyundais als Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sei jedoch nicht gefährdet, sagte der Firmensprecher.

Die Hyundai-Aktie reagierte mit einem Kurssturz um 3,18 Prozent auf 85.200 Won. Das Papier der Tochtergesellschaft Kia Motors fiel um 3,48 Prozent auf 19.400 Won.

itz/Reuters/dpa/AP/AFP