IAA Sekt und Häppchen weggeräumt
Frankfurt am Main - Die Musik an den Ständen dröhnte bald nicht mehr, und die Show-Programme erstarben wie die unbeschwerten Gespräche bei Sekt und Häppchen.
Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, sprach für die ganze Branche, als er mit unbewegtem Gesicht tiefste Betroffenheit über den Terroranschlag in den USA zum Ausdruck brachte.
Noch bevor der Verband sich zur Absage der feierlichen Eröffnungszeremonie mit Bundeskanzler Gerhard Schröder am Donnerstag entschlossen hatte, wurden auf den Ständen der amerikanischen Autoriesen General Motors und Ford die Show-Darbietungen gestoppt. Die aus den USA angereisten Manager zogen sich in ihre Hotels und Tagungsräume zurück, um Kontakt zur Heimat aufzunehmen. Viele wollten wissen, ob und wie die eigenen Familien in den USA von den Anschlägen betroffen waren. Außerdem wurden die Rückflugmöglichkeiten für die Privat-Jets erkundet.
Bei der General Motors-Tochter Opel sagte die Unternehmensleitung eine Abendveranstaltung für die Führungskräfte sofort ab. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden auf den Ständen der Amerikaner sofort verstärkt. Für die Publikumstage der IAA kündigte Gottschalk eine drastische Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an. Einzelheiten dazu sollten aber nicht bekannt werden.
Über die Wirksamkeit eines Sicherheitsprogramms macht sich auf der IAA aber niemand Illusionen. "Wir wollen schließlich das Publikum hier haben", hieß es bei einem der deutschen Hersteller. Bei den vielen tausend in Frankfurt erwarteten Besuchern dürfte eine lückenlose Kontrolle auch kaum möglich sein.