Ladenschluß Ifo für Liberalisierung
Beim Streit um die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten zeichnet sich ein Kompromiß ab. Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung empfiehlt in einem noch unveröffentlichten Gutachten für Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP), die kartellrechtlichen Vorgaben für kleine und mittlere Einzelhändler zu lockern, um so den Widerstand beim Handel gegen Rexrodts Liberalisierungspläne zu verringern. Nach geltendem Recht dürfen Einzelhändler ihre Öffnungszeiten nicht abstimmen und nur in Ausnahmefällen gemeinsam werben und einkaufen. Diese Vorschriften könnten nach dem Ifo-Vorschlag geändert werden, falls der Handel sich im Gegenzug zu deutlich längeren Öffnungszeiten bereit erklärt. Die sogenannte Korridorlösung lehnen die Experten des Münchner Instituts ab. Danach könnten die Einzelhändler innerhalb einer maximalen Öffnungszeit von 68 Stunden selbst bestimmen, wann sie ihre Läden schließen; sie müssen ihre Geschäfte allerdings um 20 Uhr zumachen. »Größere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind nur bei einer erheblichen Liberalisierung zu erwarten«, heißt es in dem Zwischenbericht, der Minister Rexrodt seit Anfang März vorliegt. Bei einer Ausweitung bloß bis 20 Uhr seien »kaum positive Effekte« zu erwarten. In jedem Fall werde eine Liberalisierung dazu führen, daß Vollzeit- durch Teilzeitkräfte ersetzt werden.