ifo-Geschäftsklimaindex: Tristesse in den Chefetagen - DER SPIEGEL
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ifo-Geschäftsklimaindex Tristesse in den Chefetagen

Die Unternehmer in Deutschland beurteilen die Wirtschaftslage immer pessimistischer. Im Juli hat sich der ifo-Geschäftsklimaindex deutlich stärker verschlechtert, als es die Experten befürchtet hatten.
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München - Der an den Finanzmärkten viel beachtete Index für Westdeutschland sei nach einem Juni-Stand von 91,3 Zählern im Juli auf 89,9 Punkte gefallen, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) am Donnerstag in München mit. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem zum Vormonat unveränderten Stand von 91,3 Punkten gerechnet.

Die vom ifo befragten Unternehmen beurteilten die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate deutlich schlechter. Der Index für die Erwartungen fiel auf 102,5 Punkte von 104,9 Punkten im Juni. Der Index für die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fiel auf 77,9 von 78,3 Punkten.

"Der Rückgang resultiert primär aus einer ungünstigeren Einschätzung der Perspektiven für die nächsten sechs Monate", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Aber auch die gegenwärtige Lage hätten die Unternehmer als schlechter eingeschätzt.

Zur Eintrübung des Geschäftsklimas hätten vor allem ungünstigere Meldungen aus dem verarbeitenden Gewerbe beigetragen, sagte Sinn weiter. Im Bauhauptgewerbe sei hingegen der Klimaindikator nur mehr leicht zurückgegangen, während es im Einzel- und Großhandel nach den Rückschlägen in den Vormonaten zu einer leichten Erholung gekommen sei. Im Osten sei für die Eintrübung ausschließlich die ungünstigere Entwicklung im Handel verantwortlich. In Ostdeutschland lag der Geschäftsklimaindex im Juli mit 99,6 Zählern unter seinem Vormonatsstand von 99,9 Punkten.